Lettische Klänge in der Pfarrkirche Bodenwöhr

Lettische Klänge in der Pfarrkirche Bodenwöhr

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Zu einem Chorkonzert lädt die Chorgemeinschaft St. Georg Pressath am Mittwoch, den 5. Juli um 19.30 Uhr, in die Pfarrkirche St. Barbara in Bodenwöhr ein. Pfarrer Johann Trescher, ehemaliger Kaplan in Pressath, hat dieses Konzert in seiner Kirche in Bodenwöhr ermöglicht. Das Konzert beinhaltet im ersten Teil geistliche Musik und im zweiten Teil, sicher erstmalig in der Region, traditionelle lettische Volksmusik.

Die Chorgemeinschaft St. Georg Pressath feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und veranstaltet aus diesem Anlass die 5. Pressather Chortage.

1992 gegründet, widmet sich der Chor überwiegend der geistlichen Musik. In ca. drei- bis vierjährigem Abstand ist jeweils ein größeres oratorisches Werk, wie beispielsweise das „Requiem“ von Johannes Brahms, die „Johannes-Passion“ von Johann Sebastian Bach, den „König David“ von Arthur Honegger, oder zuletzt im November 2016 das „Mozart-Requiem“ im Programm. Eine besondere Ehrung erhielt der Chor 2012 mit der Verleihung des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz, nachdem er bereits 1999 mit dem Musikförderpreis des Bezirks Oberpfalz und im Jahr 2000 mit dem Kulturpreis des Landkreises Neustadt a. d. Waldnaab ausgezeichnet wurde.

Zu diesen Chortagen sind wieder der lettische Chor „Koris Valmiera“ und die lettische Violinistin Monta Wermann nach Pressath eingeladen und verleihen den Chortagen internationalen Charakter. Seit Bestehen des Chores sind die Verbindungen, die es seit 1990 nach Lettland gibt, stets lebendig geblieben. Deshalb sind Musiker aus Lettland eine feste Größe bei den Pressather Chortagen.

„Koris Valmiera“ gründete sich im Jahr 1974, aus sangesbegeisterten Lehrern des Kreises Valmiera, der auch Namensgeber für den Chor wurde. Im Laufe der Zeit wandelte er sich zum gemischten Chor der Stadt Valmiera. Seit 1977, also erstmals drei Jahre nach seiner Gründung, nahm der Chor an allen lettischen Liederfesten teil. Der Erfolg und die Qualität des Chores spiegeln sich in mehreren Preisen bei Chorwettbewerben wider. So war er 2003 unter den TOP 10 der besten Chöre Lettlands, 2006 belegte er beim Wettbewerb der lettischen Chöre Platz fünf. Ein besonderes Highlight war 2010 die Teilnahme am Liederfest der nordischen Länder in Reykjavik. Der Chor „Valmiera“ war im Jahr 2011 auch unter den besten lettischen Chören, die am großen Konzert in der „Estrada“, dem Sängerstadion von Riga, zu Ehren der 800-Jahr-Feier von Riga teilnehmen durften. Konzertreisen führten den Chor in viele Länder Europas. Eine besonders herzliche Beziehung hat sich dabei zur Chorgemeinschaft St. Georg Pressath entwickelt. So war der Chor schon mehrfach zu Gast bei den Freunden in Bayern. Alle verantwortlichen Chorleiter haben dem Klang des Chores „Valmiera“ eine besondere Farbe verliehen und den Chor mit musikalischen und menschlichen Werten geprägt.

Mit dem Kirchenchor Thanstein, und dessen Leiter Richard Waldmann, der auch bei der Chorgemeinschaft St. Georg Pressath als Chorleiter für die musikalische Seite verantwortlich zeichnet, ist ein Chor der Region mitbeteiligt.

Im geistlichen Programm des Konzerts treten Koris Valmiera und der Kirchenchor Thanstein sowohl einzeln, als auch gemeinsam auf. Es beinhaltet Werke unter anderem von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Anton Bruckner und John Rutter. Gemeinsam singen werden beide Chöre Werke von John Rutter.

Der zweite Teil des Konzerts ist ganz der traditionellen lettischen Volksmusik gewidmet. Lettland nennt man ein singendes Land. Davon zeugen die mehr als 130 Jahre alten Traditionen der Liederfeste, die selbst in den düsteren Zeiten der Okkupation nicht verloren gingen. Diese waren für das lettische Volk immer sehr bedeutsam, weil sie geholfen haben, sich der nationalen Identität bewusst zu werden und diese auch zu bewahren. Letztlich war es auch die Musik, das Singen, welches in der „singenden Revolution“ zu Beginn der Neunziger Jahre den Letten und den baltischen Staaten die Unabhängigkeit wieder gebracht hat.

Als Instrumentalisten sind die lettische Violinistin Monta Wermann und Benjamin Schallwig als Pianist, Chorpianist der Chorgemeinschaft St. Georg Pressath, sowohl solistisch als auch gemeinsam mit von der Partie.

Monta Wermann studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eissler in Berlin und hat bereits mehrere nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen. Viermal hat sie an der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals teilgenommen, arbeitete bereits mit solch namhaften Dirigenten wie Sir Neville Marriner oder Kurt Masur zusammen und war mit dem Kammerorchester Kremerata Baltica unter der Leitung des weltbekannten lettischen Violinisten Gidon Kremer auf Tournee.

Benjamin Schallwig ist ausgebildeter Pianist und Musikpädagoge und erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren, nahm im Laufe seiner Ausbildung mehrmals am Wettbewerb „Jugend musiziert“ sowohl als Solist als auch als Kammermusiker teil; dort konnte er mehrere erste Preise gewinnen. Seine professionelle musikalische Ausbildung begann er 2009 mit einem Gaststudium an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth, wo er die Fächer Klavier, Komposition und Jazzharmonik belegte. Im Oktober 2009 setzte er sein Studium an der Hochschule für Musik in Nürnberg fort, wo er seinen Abschluss im Juli 2013 absolvierte und dabei einen musikpädagogischen Preis erhielt. Neben seiner pianistischen Tätigkeit widmet er sich ebenfalls zeitgenössischer elektronischer Musik und ist dort auch kompositorisch aktiv.

Damit viele Menschen die Möglichkeit haben, dieses Konzert zu besuchen, ist der Eintritt frei. Spenden am Ende des Konzerts werden gerne angenommen.


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