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MERO_1 Bild: © Hans-Jürgen Schlosser

MERO – Vollübung im Landkreis Schwandorf

4 Minuten Lesezeit (726 Worte)
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Schwandorf/Landkreis. Am Samstagmorgen um 09:30 Uhr meldete die MERO (Mitteleuropäische Rohölleitung) -Leitstelle in Vohburg- ein Leck im Abschnitt B 21 – der sich wiederum im östlichen Landkreis Schwandorf verläuft. Unverzüglich alarmiert die Integrierte Leitstelle Amberg die örtlich zuständigen Feuerwehren nach einem extra dafür vorgesehenen Störfallalarmplans.


Im Feuerwehrgerätehaus Oberviechtach wurde daraufhin eine Befehls- und Sammelstelle eingerichtet. Unterstützt wurde diese durch die Unterstützungsgruppe „örtliche Einsatzleitung" UG-ÖEL im Landkreis Schwandorf. Die dafür vorgesehenen Feuerwehren haben umgehend mit der Lecksuche in den dafür vorgesehenen und zugeteilten Abschnitten begonnen. Nach ca. 20 Minuten des Übungsverlaufes meldete man Leck gefunden in Höhe der Ortschaft Kulz. Die vorbereiteten Ölsperren werden von den eingeteilten Feuerwehren in die Gewässer eingebracht. Die von der MERO bereitgestellten Gerätschaften zum Auffangen und Filtern des Umweltgefährdeten Stoffes werden am Schadensort aufgebaut. Die Gerätschaften werden durch örtliche Feuerwehren betreut und müssen ehrenamtlich ständig beprobt werden. Am Aussichtspunkt „Stonehenge" wird zusätzlich zum Schutz der Einsatzkräfte eine Dekontaminationsstelle für die Einsatzkräfte durch den ABC Zug des Landkreises aufgebaut. 

Straßensperren werden eingerichtet. Nachdem alle Einheiten den Vollzug ihrer Aufgaben gemeldet hatten wurde durch die Feuerwehrführung und MERO Mitarbeitern eine kurze Begehung vorgenommen. Die Landkreisfeuerwehrführung mit Kreisbrandrat Christian Demleitner dankte zum Ende allen beteiligten Einheiten sowie allen weiteren Stellen der Vollübung. Ein herzliches „willkommen" und auch danke schön galt den „Gasteinheiten" mit deren Führungskräften aus dem Landkreis Cham. Es ist wichtig solche besonderen Objekte regelmäßig zu Beüben – Schadensereignisse machen nicht an Landkreisgrenzen halt, so Demleitner. Ein Dank galt Kreisbrandinspektor (KBI) Richard Fleck für die Organisation sowie dem Landratsamt Schwandorf die Hauptverantwortlich für die Durchführung der Übung war.


Insgesamt waren über 25 Feuerwehren aus dem Landkreis Schwandorf sowie dem angrenzenden Gebiet des Landkreises Cham an der Übung beteiligt. Darüber hinaus folgende Kreiseinheiten; UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung) im Landkreis Schwandorf, KEZ (Kreiseinsatzzentrale) Schwandorf, ABC – Zug des Landkreises Schwandorf sowie die Einsatzdrohne der Feuerwehr Bruck i. d. OPf. Die Organisationen des Rettungsdienstes wurden ebenfalls mit eingebunden sowie der Fachberater der Technischen Hilfswerks. Neben dem Einsatz der Feuerwehren überprüft MERO die Zusammenarbeit mit der Einsatzleitung und die eigenen internen Kommunikationswege.

Ölwehr der MERO

Beim Betrieb der MERO sind im rechnergestützten Leitsystem mehrere Verfahren zur Leckerkennung und -ortung gleichzeitig aktiv. Dazu werden zwischen den Pump- und Empfangsstationen ständig die Tankstände und die Durchflüsse gemessen und verglichen. Außerdem werden Messwerte der Drücke und Temperaturen in der Rohrleitung, die in den Schieberstationen entlang der Trasse ermittelt werden, in Echtzeit ausgewertet. Die Leitzentralen sind rund um die Uhr besetzt. Bei Schäden an den Fernleitungen, die die Leitsysteme anzeigen oder die von außen gemeldet werden, können jederzeit sofort alle notwendigen Aktionen eingeleitet werden. Die weitere Notfallvorsorge ist im so genannten Ölalarm- und Einsatzplan geregelt, nämlich die Alarmierung bei der zuständigen Integrierten Leitstelle (ILS) durch den Betreiber die Alarmierung festgelegter Katastrophenschutzkräfte und der Einsatzleitung durch die ILS die Aufgaben der Katastrophenschutzkräfte im Soforteinsatz die Alarmierung und Einsatz von betreibereigenem Bereitschaftspersonal und Fremdfirmen Damit die Katastrophenschutzkräfte ihre Aufgaben wahrnehmen können, hat MERO entlang der Leitungstrasse insgesamt 99 Ölsperren (davon je zwölf im Landkreis Schwandorf) in allen Fließgewässern, die von der Fernleitung gequert werden, eingerichtet und mit dem notwendigen Material versehen. Weiteres MERO-eigenes Ölwehr-Material lagert bei verschiedenen Feuerwehren. Nach Maßgabe des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, Bau und Verkehr, der Bezirksregierungen oder der Landratsämter finden regelmäßig Vollübungen statt, bei denen unter Bedingungen des Ernstfalles jeweils ein gesamter Schieberabschnitt der MERO beübt wird.

Kurzbeschreibung der MERO

Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt über Waidhaus nach Nelahozeves bei Prag dient der Versorgung der Tschechischen Republik mit Rohöl. Sie hat eine Gesamtlänge von 344 Kilometern, davon 179 Kilometer im Freistaat Bayern. Der Durchmesser der Rohrleitung beträgt 700 Millimeter. Die MERO hat eine Pumpstation in Vohburg an der Donau bei Ingolstadt. Sie ist durch 54 Schieberstationen (davon 28 im Freistaat Bayern) in verschließbare Abschnitte eingeteilt. Die Streckenlänge der MERO im Landkreis Schwandorf beträgt circa 21 Kilometer, teilbar in drei Schieberabschnitte (= „Strecken"). Die Leitung tritt südlich von Kulz in den Landkreis Schwandorf ein. Sie verläuft an Winklarn und Oberviechtach vorbei und verlässt den Landkreis bei Oberlangau Richtung Eslarn.

Die Leitung hat eine Erdüberdeckung von mindestens 1,0 Metern. Ein Steuerkabel ist längs der Leitung mitverlegt. Die Leitung liegt in einem Schutzstreifen von 5 m beidseits der Rohrachse. Im Schutzstreifen sind grundsätzlich alle Bauarbeiten verboten.

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