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Michael–Wimmer–Preis für Ehrenamtliche vom Seniorenheim St. Urban

Michael–Wimmer–Preis für Ehrenamtliche vom Seniorenheim St. Urban

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Der SPD – Ortsverein Tegernheim ehrte am 12. Mai heuer bereits zum 6. Mal verdiente Bürgerinnen und Bürger für ihr soziales Wirken in der Gemeinde mit dem Michael–Wimmer–Preis.

Der Preis ist nach dem ehemaligen Bürgermeister Michael Wimmer benannt, der am 08.Mai 1895 in Tegernheim geboren wurde und von 1948 bis 1966 Bürgermeister von Tegernheim war. Der Bauernsohn besuchte die Landwirtsschafts - Schule in Weihenstephan und wurde zu den beiden Weltkriegen eingezogen, wo er auch im Ersten schwer verwundet wurde. Michael Wimmer übernahm die elterliche Landwirtschaft und war im Ort besonders als hilfsbereiter und offener Mensch geschätzt. Als Bürgermeister war er für alle Bürger immer ansprechbar, besonders unterstützte er nach dem Krieg die neu ins damalige kleine Bauerndorf gekommenen Flüchtlinge. Er half bei Behördengängen und  Bauanfragen, beschaffte mit seinem Fuhrwerk Baumaterial und sogar Brennholz aus den Wäldern.

In  seiner Amtszeit wurde anfangs der sechziger Jahre die Wasserleitung verlegt und die ersten Straßen geteert. Auch die spätere  Kanalisierung stand damals schon auf seinem Programm. Ihm ist es auch zu verdanken, dass Tegernheim eine selbständige Gemeinde blieb. Der damalige Landrat Leonhard Deininger, der später selbst in Tegernheim ansässig wurde, unterstützte ihn.

Die Verleihung des Michael–Wimmer–Preises, als Anerkennung seines menschlichen Wirken, wird immer in seinem Geburtsmonat Mai verliehen. Auch heuer wurden zahlreiche Gäste in die Aula Grundschule dazu eingeladen. Nach einen kleinen Sektempfang begrüßte die SPD–Ortsvorsitzende Sandra Scheck die Gäste, darunter mehrere Ehrengäste. Zur Ehrung geladen waren die vier Ehrenamtlich tätigen Frauen vom Seniorenheim St. Urban, Frau Hildegard Joscht, Frau Afra Schmid, Frau Erna Herlinger und Frau Christine Engl, alle selbst im Alter von 72 bis 85 Jahren. Frau Sandra Scheck gab mit einem Bildervortrag einen Einblick über die Tätigkeit der ehrenamtlichen Frauen im Seniorenheim.

 

Begonnen hatte alles wenige Tage nach Eröffnung des Seniorenheimes vor über fünf Jahren, als Christl Engl das Haus interessehalber besichtigte und zwei Bewohnerinnen  im Rollstuhl begegnete. In ihr reifte sofort der Entschluss, kostenlos ihre verfügbare Zeit sinnvoll für die Bewohner  einzusetzen. Daraufhin sprach sie mehrere Frauen im Ort um Mithilfe für ihre Idee an. Frau Joscht, Frau Herlinger und Frau Schmid sagten zu. Seitdem sind sie ein unzertrennliches Team und kommen mindestens einmal in der Woche am Mittwochnachmittag zu den Bewohnern. Dort basteln sie oder spielen Karten oder "Mensch ärgere dich nicht" mit ihnen, oder reden einfach mit ihnen. Dabei sind  freudige Augen oder ein Lächeln ein sichtbarer Ausdruck von den Bewohnern, dass es ihnen gefällt. Das gibt den vier Frauen auch die Kraft zu Hause weiter zu stricken, zu häckeln  und zu basteln. Christl Engl gehen dabei die Ideen nicht aus.

Ihre Produkte verkaufen sie am Winter – und Frühjahrsmarkt der Kreativen Tegernheimer oder bei Hausfesten im Seniorenheim. Der Reinerlös davon wird übers Jahr für die Bewohner ausgeben, zum Beispiel für Eis im Sommer, für Kiachl zur Kirchweih, für Advent, Faschingskrapfen oder Ostern. Seit heuer feiern sie alle zwei Monate mit den Bewohnern die jeweiligen Geburtstage mit selbst gebackenen Kuchen und kleinen Geschenken, dazu decken sie  besonders jahreszeitlich entsprechend die Tische.

2. Bürgermeister Jürgen Beier würdigte in Vertretung von Bürgermeister Kollmannsberger, der in Kurzurlaub war, die Tätigkeit der ehrenamtlichen Frauen und 3. Bürgermeister Herbert  Wesselsky erinnerte noch einmal mit Bildern an Michael Wimmer. Der bekannte Theater-  und Schauspieler Karl Schöll, gebürtiger Donaustaufer und jetziger Tegernheimer, erwähnte in seiner  Laudatio  die großartigen Leistungen der vier Frauen, um alles zu sagen, reiche seine Redezeit bei weiten nicht aus.

Die Bewohner wissen altersbedingt oft nicht mehr, welcher Wochentag ist, aber wann Mittwoch ist, das wissen sie, da kommen die Ehrenamtlichen. MdL Margit Wild, die etwas verspätet wegen einer vorherigen Veranstaltung in Neumarkt die anschließende Rede hielt, hatte viel Einblick in die tolle Arbeit, die geleistet wird, den  ihre Mutter ist seit ein paar Monaten auch in einem Seniorenheim. Die gebürtige Sulzbach – Rosenbergerin hatte großes Lob dafür. Sie betonte, dass nicht nur freudige Augen Kraft geben, sondern dass auch der plötzliche Tod, Trauer und Schmerz bringt. Für Seniorenheimleiter Andre Köppler, der sich aus privaten Gründen entschuldigen ließ, bedankte sich Pflegedienstleiterin Julia Schwenteck jeweils mit einer Rose bei den Geehrten für ihre Leistungen.

Herr Wolfgang Gleis mit seiner Geige und seine Tochter Magdalena am Klavier begleiteten stilvoll den festlichen Abend. Gemeinsam wurde das  Lied „Mein Tegerham“ gesungen. Vorsitzende Sandra Scheck überreichte an die geehrten jeweils noch eine Orchidee zu der Ehrenurkunde und lud alle zum Essen ein.

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