MINT-Mädels holen sich die Sterne

Regensburg. Unter dem Titel „Wir holen uns die Sterne“ lud die Gleichstellungsstelle der Stadt Regensburg zusammen mit der Sternwarte und der Initiative MINT-Girls der Regensburger Hochschulen zum dritten Regensburger Mädelstalk ein. Als Referentin konnte die Astrophysikerin und Bewerberin zur ersten deutschen Astronautin im Weltall Dr. Suzanna Randall gewonnen werden. Am vergangenen Dienstag konnte sie fast 80 jungen Frauen einen Einblick in das spannende Berufsfeld der Astrophysik geben.

 

Die Astrophysik, und die sogenannten MINT-Fächer (Naturwissenschaften und Technikstudiengänge) im allgemeinen, sind nach wie vor stark männlich dominiert. Insbesondere in der Außendarstellung dieser Berufe sind es meist die männlichen Kollegen, die sich einen Namen machen können. Um so wichtiger sind weibliche Idole, die jungen Frauen Türen in neue Berufsfelder öffnen und Mut machen selbst aktiv zu werden.

Dies ist auch der Anspruch der Gleichstellungsstelle, die mit dem Mädelstalk genau diese Schnittstelle schaffen und junge Frauen mit weiblichen Idolen ins Gespräch bringen möchte, also eine erfolgreiche Frau in einem für Frauen noch untypischen Beruf  und junge Frauen, die sich beruflich orientieren. „Mädchen für MINT begeistern, wie könnte das besser gehen als mit einer Frau, die seit Jahren als Astronomin arbeitet und sich nun auf den weiten Weg zur ISS gemacht hat“, so Maria Teufel des Büros für Chancengleichheit/Gleichstellungsstelle.

Auch die Initiative MINT-Girls der Universität Regensburg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) will Mädchen und jungen Frauen die faszinierende Welt von Naturwissenschaft und Technik näher bringen und auf Studiengänge im natur- und ingenieurswissenschaftlichen Bereich neugierig machen. Die Teilnehmerinnen haben durch die gleichgeschlechtliche Zielgruppe einen „geschützten Rahmen“, der es ihnen erleichtert, sich im MINT-Bereich zu erproben, daher bietet die Initiative regelmäßig Projekte an, an denen sich Mädchen und junge Frauen aus dem Großraum Regensburg beteiligen können.

Dr. Randall schaffte in ihrem Vortrag beides. Sie schilderte begeisternd, wie spannend und einmalig der Beruf als Astrophysikerin sein kann. Deutlich machte sie aber auch, dass  es Frauen immer noch sehr schwer haben Fuß zu fassen. So habe bisher der Gender-Ansatz noch keinen Eingang finden können, die Wirkung der Schwerelosigkeit auf den weiblichen Körper wurde noch immer nicht erforscht oder vermutete Unterschiede wie schlechteres Nahsehen von Männern im Weltraum. Hier gilt es noch viel Pionierinnenarbeit zu leisten.

Suzanna Randall weckte Begeisterung für ihre beruflichen Ziele und machte den Besucherinnen Mut auch nach den Sternen zu greifen. Schließlich ist eines sicher:  Frauen können das auch.