Atomkraft_OpenClipart_Vectors-pixabay Symbolbild: © OpenClipart_Vectors, pixabay

Schwandorf. Das Landratsamt Schwandorf teilt folgendes mit: Eine digitale Fachkonferenz findet vom 10. bis 12. Juni statt.


Der Beteiligungsprozess an der Suche nach einem Atommüll-Endlager geht einen nächsten, wichtigen Schritt, bei dem auch die Öffentlichkeit gefragt ist: Vorträge, Plenumsphasen und Arbeitsgruppen warten auf die Bürgerinnen und Bürger, die sich zur zweiten, digitalen „Fachkonferenz Teilgebiete" vom 10. bis 12. Juni anmelden. Sie diskutieren nach dem ersten Beratungstermin im Februar 2021 über den „Zwischenbericht Teilgebiete", der im September 2020 veröffentlicht wurde. Landrat Thomas Ebeling wirbt für die Teilnahme möglichst vieler Menschen aus dem Landkreis Schwandorf: „Dieses Thema geht uns alle an. Daher ermutige ich alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Schwandorf, sich frühzeitig über die Endlagersuche zu informieren und an dem Prozess zu beteiligen. Insbesondere die junge Generation wird sich mit diesem Thema noch länger beschäftigen müssen." Der Landkreis Schwandorf ist im Rahmen der bundesweiten Suche nach einem Standort für ein Endlager für knapp 30.000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle im sogenannten Teilgebiet 13 betroffen.

Im September 2020 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nach § 13 Standortauswahlgesetzes des Bundes große Teile Bayerns als Bestandteile der 90 Teilgebiete eine grundsätzliche geologische Eignung zugesprochen. Mit der Veröffentlichung dieser Teilgebiete begann die gesetzlich vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung. Kern der Beteiligung von Bürgern sind drei Fachkonferenzen, von denen die erste bereits vom 5. bis 7. Februar 2021 stattgefunden hat. Aufgrund der Betroffenheit des Landkreises Schwandorf im Teilgebiet 13 als potenzieller Endlagerstandort begleitet der Landkreis Schwandorf den Prozess seit dem ersten Erörterungstermin im Februar dieses Jahres. Der Landkreis Schwandorf wird seine Anmerkungen und Kritik an den bisherigen Ergebnissen und dem Verfahren in den Suchprozess einfließen lassen. Ziel ist es, in einem nachvollziehbaren, wissenschaftsbasierten Verfahren, den bestmöglichen Standort für ein atomares Endlager zu ermitteln.

Aktuell gehe es darum, die Zahl der in Frage kommenden Gebiete für einen potenziellen Endlagerstandort zu reduzieren. Es sei hierzu wichtig, dass sich möglichst viele Bürger, sowie Vertreter von gesellschaftlichen Organisationen und Gebietskörperschaften am weiteren Vorgehen beteiligen und ihre Einwendungen und Anträge vorbringen. „Alle Anträge im Rahmen der Fachkonferenz Teilgebiete müssen von der Bundesgesellschaft für Endlagerung berücksichtigt werden", erläutert Landrat Thomas Ebeling, „deshalb ist gerade jetzt in dieser wichtigen Phase die öffentliche Beteiligung eminent wichtig". Bürger und Vertreter der Gemeinden und Städte wie Mitglieder des Kreistags können an der kommenden dreitägigen „Fachkonferenz Teilgebiete" teilnehmen, Fragen stellen und bisherige Feststellungen hinterfragen.

Die aktuell als rein digitale Veranstaltung geplante Konferenz beginnt am Donnerstag, 10. Juni 2021, um 16 Uhr und endet am Samstag, 12. Juni 2021, um 18 Uhr. Wer teilnehmen will, sollte sich möglichst zeitnah anmelden unter www.fachkonferenz-anmeldung.de. Neben Vorträgen und Plenumsphasen stehen Arbeitsgruppen zu fachlichen Fragen im Mittelpunkt. Unter anderem wird auch das Vorbereitungsgremium für die dritte Fachkonferenz gewählt.

Landrat Thomas Ebeling hofft, dass sich auch viele junge Menschen für die Thematik interessieren, denn gerade die Jugend sei vom Endlagerthema in den nächsten Jahrzehnten betroffen. Speziell für junge Menschen gab und gibt es in der Vorbereitung auf die Konferenz mehrere Angebote. In drei Videokonferenzen können junge Menschen bis 30 Jahre bei der Endlagersuche mitreden. Hierauf hatte der Landkreis Schwandorf bereits in einer früheren Pressemitteilung hingewiesen. Im letzten Termin, am 31. Mai 2021 geht es im „Planspiel Endlager" um die verschiedenen Akteure, die das Verfahren prägen, und um deren Sichtweisen. Alle Veranstaltungen werden mit dem Videokonferenztool Zoom stattfinden. Die Anmeldung hierfür erfolgt unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Alle weiteren Informationen zum Verfahren und einen Überblick über aktuelle und künftige Beteiligungsmöglichkeiten finden sich auf der zentralen Informationsplattform zur Endlagersuche (www.endlagersuche-infoplattform.de). Anträge an die Fachkonferenz können bis zum 31. Mai 2021 per E-Mail an (geschäDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) eingereicht werden.

Unter der Adresse www.base.bund.de/virtuelle-endlagerausstellung findet sich die Ausstellung „suche:x" des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Sie bietet einen schnellen Überblick zu wesentlichen Aspekten der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland: Wie läuft die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle ab? Welches Wirtsgestein eignet sich? Wie kann ich an der Endlagersuche mitwirken? Die Beteiligung der Bürger ist fester Bestandteil des Suchprozesses und gesetzlich vorgeschrieben.