Segnung_Urnenanlage_Neuenschwand__20211024-213750_1 Domdekan Prälat Dr. Josef Ammer (links) und der Ortsgeistliche, Pfarrer Johann Trescher, zelebrierten den Segnungsgottesdienst. alle Bilder: © Ingrid Schieder

Neuenschwand/Bodenwöhr. Irdische Menschen brauchen ein irdisches Zuhause, einen Ort, wo Familien sich zusammenfinden. Auch Jesus hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen. Worte von Domdekan Prälat Dr. Josef Ammer aus Regensburg am Kirchweihsonntag, bevor er der neuen Urnengräberanlage auf dem Friedhof in Neuenschwand den kirchlichen Segen spendete.


Vor dem Leichenhaus zelebrierten Dr. Ammer und der Ortsgeistliche, Pfarrer Johann Trescher, den feierlichen Gottesdienst, zu dem sich eine große Anzahl von Gläubigen versammelt hatte. Der Kirchenchor unter der Leitung von Doris Götz und Monika Kagerer am Klavier bot dazu den passenden musikalischen Rahmen.

Dr. Ammer brachte das Kirchweihfest in thematischen Zusammenhang mit der Segnung der Urnengräberanlage durch die Nutzung des Begriffes „Zuhause" in einem weitgefassten Spannungsfeld: Über die Pracht von Kirchen wundern wir uns, gerade, wenn sie in einer Zeit geschaffen wurden, in denen Menschen wenig hatten. Doch wenigstens am Sonntag wollten die Menschen in den Kirchen etwas von Gottes Reich etwas erfahren bzw. spüren. Das Leben in Gottes Herrlichkeit, was die Zukunft sei, mit dem Blick auf die ewige Bleibe bei Gott.

In der heutigen Zeit richten sich Menschen wohnlich und bequem ein, und der Gang zur Kirche sei nicht mehr wichtig. Doch sollten wir uns wieder bewusst werden, dass wir hier keine wirkliche Bleibe haben, auch wenn wir uns wohnlich eingerichtet haben, so der Sprecher. In Neuenschwand ist der Friedhof um die Kirche angesiedelt. Gräber seien Ausdruck dafür, dass wir irdische Wohnungen brauchen, aber auch dafür, dass sie nur einen Durchgang zum ewigen Himmel bedeuten.

Angehörige sind dankbar, wenn sie einen Ort der Erinnerung haben, leitete Dr. Josef Ammer zur Segnung über. Diese Gräberanlage weise darauf hin, dass die Verstorbenen vorausgegangen seien und wir folgen werden bzw. müssen.

Pfarrer Johann Trescher sagte, die Urnengräberanlage sei lange und mit Elan von der Kirchenverwaltung geplant worden. Zur Segnung waren auch die an der Planung Beteiligten erschienen: Landschaftsarchitekt Franz Rembold sowie Hans Wanner aus Teisnach, der die Stelen geschaffen hat, sowie Siegfried Kahl aus Schmidgaden, der den Weg neu gemacht hat. Entstanden seien drei Arten der Urnenbestattung: Urnenstelen mit Grabkammern, bei denen kein Abstellen von Lichtern und auch kein Ablegen von Blumen möglich sei. In jeder Kammer finden zwei Urnen nebeneinander Platz. Die Urnen-Einzelgräber können angepflanzt und gestaltet werden, wobei die Urnen biologisch abbaubar sein müssen. Die Urnen-Gemeinschaftsgräber werden vom Friedhofsträger angepflanzt und gepflegt. Zwei Urnen übereinander haben Platz, auch die müssen biologisch abbaubar sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 118.000 Euro. Zuschuss gebe es keinen, da sich ein Friedhof selbst tragen müsse, so Pfarrer Trescher. Lediglich die Gemeinde Bodenwöhr habe 10.000 Euro Zuschuss gewährt, wofür der Ortsgeistliche dankte. 11.900 Euro habe die Finanzkammer Regensburg bezahlt, aber nur für den Weg bis zur Höhe des Eingangs zur Sakristei, nicht für die Anlage selbst.

Kirchenpfleger Josef Kagerer dankte Prälat Dr. Josef Ammer für die Segnung neuen Urnengräberanlage mit einem Präsent aus heimischen Erzeugnissen.

Anschließend gab es kostenlose Bratwürste. Erbetene Spenden kommen dieser Baumaßnahme zugute.