Oberpfälzer Freilandmuseum mit Vielfalt

Oberpfälzer Freilandmuseum mit Vielfalt

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Das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen an:

Tag der alten Haustierrassen - Termin: 2. Oktober, ab 10 Uhr                                    

Am 2. Oktober veranstaltet das  Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen zusammen mit der Regionalgruppe der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. zum 12. Mal einen Tag, der den Besuchern Tiere vorstellt, deren Rassen vom Aussterben bedroht sind. Das Museum selbst besitzt viele Haustiere, die heute nicht mehr gebraucht werden. Das Rotvieh zum Beispiel gab früher Milch, zog den Pflug über die Felder und versorgte die Familien auf den Höfen mit Fleisch. Vom Pferd bis zum Fisch gibt es im Museum zu sehen. Am Tag der alten Haustierrassen kommen aber noch viele Tiere dazu, die sonst dort nicht zu sehen sind.

Im Mittelpunkt steht diesmal das Schaf. Die von den Tieren produzierte Wolle wurde zu Textilien verarbeitet und solche Textilien sind in der Trachtenausstellung „Dirndl, Gwand und Heimatkleid“ im Museum zu sehen. Früher durften die Bauern nur Kleidung aus selbstgesponnenem Flachs, der auf den eigenen Feldern angebaut wurde, und Wolle von seinen eigenen Schafen tragen. Die feinen  Leute trugen Seide aus Frankreich oder Baumwolle aus dem Orient oder die feine Merinowolle aus Spanien. Merinoschafe hielten vor 200 Jahren auch viele Adelige in Bayern, für diese Tiere mussten extra Ställe gebaut werden, weil sie für unser raues Klima zu empfindlich waren.

Denn eigentlich ist das Schaf ein genügsames Tier. Es gibt sich auch mit Wiesen zufrieden, auf denen kaum ein Gras wächst und erhält auch heute noch Kulturlandschaften wie den Oberpfälzer Jura, den sich sonst der Wald zurückerobern würde. Zum Glück ist das Schaf auch als Delikatesse wieder beliebt und davon kann man sich am Tag der alten Haustierrassen auch überzeugen sowie von vielen anderen nützlichen Dingen, die wir dem Schaf verdanken. „Schaf beobachtet“ hat Verena Corsetti ihre Broschüre über die interessanten Tiere genannt, die sie um 14 Uhr beim Glockenturm im Naabtaldorf vorstellen wird.Und wie jeden Sonntag gibt es wieder das gute Museumsbrot zu kaufen, das die Bäckerei Paulus in den Museumsöfen backt. 

Abfischen der Teiche - Termin: 09.Oktober, ab 13 Uhr

Im Norden und in der Mitte der Oberpfalz gibt es  ausgedehnte Teichlandschaften und in jedem Herbst müssen die Teiche abgefischt werden. So geschieht es auch am 9. Oktober von 13 bis 15 Uhr im Oberpfälzer Freilandmuseum. Die Kinder dürfen mithelfen. Schleien und Karpfen werden sortiert, gewogen, gezählt und kommen in einen Überwinterungsweiher. Achtung, dabei wird man ziemlich dreckig! Im Museumsladen kann man das Buch „Fischköpf und Wasserratzen“ erwerben, das einen höchst interessanten und vor allem bereichernden Einblick auf eine faszinierende und facettenreiche Oberpfälzer Wasserwelt gibt. Die im Museum gewässerten Karpfen können geschlachtet gekauft werden, zudem  wird die große Kunst des Fischfiletierens gezeigt. In diesem Jahr werden im Museum auch Karpfen geräuchert. Wer möchte, kann ein Stück probieren oder auch kaufen. In der imposanten Rauberweihermühle, einem der Wahrzeichen des Bezirksmuseums, ist die Dauerausstellung „Unsere Teiche, unser Karpfen, unsere Geschichte“ über die Oberpfälzer Teichwirtschaft zu sehen und die zum Abfischen benötigten Geräte können im Fischhäusl besichtigt werden. Im Wirtshaus Unterbürg gibt es neben anderen Oberpfälzer Schmankerln auch gebackene Karpfen und gebratene Forellen. Außerdem können sich die Besucher an diesem Tag über das historische Bauhandwerk informieren. Zum Glück gibt es im Museum Handwerker, die alte Techniken wie das Balken beschlagen oder die Lehmausfachung noch beherrschen. Die Mitarbeiter geben gerne Auskunft.  Die Besucher können sich auch die derzeit größte Baustelle im Museum genau ansehen: den Köstlerwenzel, der im Stiftlanddorf wiedererrichtet wird. Im Wirtshaus Unterbürg gibt es neben anderen Oberpfälzer Schmankerln auch gebackene Karpfen und gebratene Forellen. 

 

Kirchweihmarkt mit Obstausstellung und Obstsortenbestimmung - Termin: Sonntag, den 16. Oktober 2016, von 10 bis 17 Uhr

Wenn die Erntearbeiten vorüber waren und man, wenn es gut ging, nicht nur für sich selbst genügend erwirtschaftet hatte, sondern auch Geld eingenommen hatte, dann ging die Familie auf den Kirchweihmarkt. Auf dem Kirchweihmarkt im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen gibt es die gleichen Dinge, die man auch früher schon um diese Jahreszeit gebraucht hat. Warme gefilzte Kleidungsstücke werden angeboten, denn die Tage  werden kälter. Handgemachte Wachskerzen sind auch wichtig, denn die Tage werden kürzer. Wenn die Dunkelheit schon früh hereinbricht, dann kann man sich mit Kräutertee oder Kümmellikör trösten. Man könnte auch an andere denken und für die kleinen Vögel, die den Winter bei uns verbringen, ein Futterhäuschen in den Garten stellen, oder schon mal an Weihnachten denken. Dafür gibt es witzigen Schmuck, der aus Silberbesteck gebogen wird, und schöne Dekorationen aus Mais, die Tamara Jandourkova aus Prag dabei hat. Dieses alles und noch vieles mehr können die Besucher in einer feinen, handgenähten Stofftasche nach Hause tragen. Für die Kinder kommt der Drechsler Erich Spreng mit seiner Drechselbank. Jedes Kind kann einen gedrechselten Gegenstand selbst herstellen und wird so an das alte und interessante Handwerk herangeführt. Überall im Landkreis sieht man heuer wieder reichlich tragende Obstbäume  und dieses gute Obstjahr ist Anlass genug, sich mit dem Obstanbau und der Obstverwertung näher zu beschäftigen. In Zusammenarbeit den beiden Pomologen Martin Schanderl und Michael Altmann zeigt das Kreisgartenamt Schwandorf im Rahmen einer Obstausstellung ein umfangreiches Sortiment alter und neuer Apfel- und Birnensorten aus unserem Landkreis. Außerdem können die Besucher Apfelsorten bestimmen lassen und es gibt ausführliche Informationen zum Thema Streuobst.  Der GOV Muschenried bringt Schmackhaftes und Dekoratives aus dem Garten mit und es können diverse Apfelspezialitäten und Apfelsorten erschmeckt werden. Ab 14 Uhr wird die Gruppe „Vom Dorf oi“ im Schallerhof aufspielen. Der Museumsbäcker Paulus bietet Kirchweihkuchen und Kaffee an. 

Brot und Allerheiligenspitzel - Termin: Sonntag, den 30. Oktober 2016

Am Sonntag, den 30. Oktober 2016, werden von 10 bis 17 Uhr im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen Brot und Allerheiligenspitzel gebacken. Es ist ein alter Brauch, dass an Allerheiligen die Firmpaten Ihren Patenkindern drei Jahre nach der Firmung solche Spitzel schenken. Früher, als es sonst sehr wenig Süßes zum Naschen gab, war diese süße Gabe ein willkommenes Geschenk. Der Museumsbäcker Roland Paulus weiß noch, wie man diese süßen Spezialitäten herstellt und verrät gerne, wie der Spitzelteig gelingt. Er kennt auch alle Tricks, die man zum Flechten eins anständigen Hefezopfes braucht, und gibt sie gerne weiter.  Zwischen 14 und 17 Uhr wird in der Stube des Schallerhofes Veeh-Harfenklang aus dem Schwarzachtal (Wölsendorf) erklingen. Veeh-Harfen sind sowohl mit als auch ohne Basssaiten  zu spielen und somit können zahlreiche Lieder mit ihnen umgesetzt werden. Das Zupfinstrument ist leicht erlernbar. Am 30. Oktober werden die Harfen von einer Querflöte begleitet. Sanft erklingen alte und überlieferte Volksstücke in historischer Atmosphäre, manchmal mit und manchmal ohne Gesang.

Kurse: Anmeldung zu den Kursen unter Tel. Nr.  09433 2442-0 erforderlich

Näheres unter: www.freilandmuseum.org

Pflanzenporträts: Hagebutte und Spitzwegerich - Datum: 07.10.2016, 15.00 - 16.30 Uhr

Der glatte Knopf - einer von vielen Posamentenknöpfe - Datum: 09.10.2016 , 14-17 Uhr

2-tägiger Korbflechtkurs - Datum: 15.10.2016 10.00 - 16.30 Uhr

Vom Knopf zum Schmuck - Schmuckstücke aus Sternknöpfe - Datum: 23.10.2016, 14.00 -17.00 Uhr

Seifensieden - Datum 10.09.2016, 13.30.-17 Uhr

Filz beflügelt alle Sinne - Datum: 24.09.2016, 9-16 Uhr

Sonderführung: „Alte Haustierrassen“ ab 14 Uhr

Um 14 Uhr stellt Paula Sikorski Erwachsenen und Kindern bei der Sonderführung „ Alte Haustierrassen“ die Tiere im Museum vor. Über die gängigsten Haustierrassen, wie z.B. Hund und Katze, sind wir Menschen gut informiert. Im Oberpfälzer Freilandmuseum werden aber noch mehr alte Haustiere artgerecht gehalten, so dass man ihre Form zu leben dort besonders gut verstehen kann. Außerdem werden sie dort so gehalten, wie es vor hundert Jahren noch üblich war.

Streuobstwiesen für Eltern und Kinder - Datum: 03.10.2016 14.00 Uhr

Um 14 Uhr findet eine Sonderführung für Eltern und Kinder zum Thema Streuobstwiesen statt. Geführt werden die Besucher von Theresia Kral.

Sonderführung durch das Schaudepot - Datum: 23.10.2016 14.00

Seit der Eröffnung des Zentraldepots können sich die Besucher während der Museumsöffnungszeiten im Informationsbereich über das Depot und an den Computer-Terminals über bereits 3500 eingestellte Objekte informieren. Um 14 Uhr wird die Sammlungs- und Ausstellungsleiterin, Johanna Ullmann-Süß M.A., die Besucher durch das Schaudepot führen. Auf einer Fläche von 183 qm ist eine Auswahl an kulturgeschichtlichen Objekten der Zeitstellung von ca.1850 bis 1950 zu sehen. Von Schränken über Musikinstrumente bis hin zu Kinderspielsachen sind Objekte aus der Sammlung ausgestellt.

Szenische Führung: „Von Moosweibl, Drud und Bilmesschneider“

Eine Zeitreise mit Franz Xaver Schönwerth in die Oberpfalz des 19. Jahrhunderts. Gerald Igl aus Nabburg hat  diese unheimlichen Gestalten, die in Schönwerths Erzählungen vorkommen, in Szene gesetzt. Während der Schauspielführung mit vielen engagierten Laienschauspielern, wird Schönwerth selbst in die Geschichten einführen. Wo passen die Erzählungen Schönwerths auch besser hin als in das Freilandmuseum, das verwunschene Wälder, unheimliche Scheunen und andere sagenhafte Orte zu bieten hat. Beginn der Führung ist um 14 Uhr. Die Führung kostet  für Erwachsene 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro, für Kinder bis zum 12. Lebensjahr 3,00 Euro. Kinder bis zum Schulalter sind frei.

 


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