„Objektion“ - Bronzeplastik im Naturpark Hirschwald eingeweiht

„Objektion“ heißt die lebensgroße Bronzeplastik von Hanna Regina Uber und Robert Diem, die am Freitag an der Vils vor dem Amberger Congress Centrum ihrer Bestimmung übergeben wurde. Es ist dies die letzte von insgesamt acht Kunstwanderstationen, die im Naturpark Hirschwald von dem Künstlerehepaar – zum Teil unter Mitwirkung von Gastkünstlern – seit 2013 entstanden sind.

Ziel dieser Maßnahme war und ist es, den Besucherinnen und Besuchern des Naturparks eine Möglichkeit zu bieten, sich von ihrer Wanderung auszuruhen, innezuhalten und sich auf sinnliche Weise ansprechen zu lassen, aber auch gleichzeitig Informationen über den Hirschwald zu bekommen. Deshalb beinhalten alle Kunstwanderstationen neben dem Kunstwerk eine Basisstation, die aus zwei Elementen besteht, einer Sitzspirale und einer Informationsstelle.

Da sich der Naturpark über das Gebiet von acht Gemeinden erstreckt, wurde in jeder der Kommunen eine Wanderstation eingerichtet und diese mit einem individuellen Kunstwerk ausgestattet. Aufgabe für die Künstler Hanna Regina Uber und Robert Diem war es, für die jeweiligen Gemeinden eine Darstellung zu finden, in der sich deren Geschichte im Kontext des Naturparks widerspiegelt.

Deshalb haben die Kunstwerke mit dem Naturpark Hirschwald allesamt ein gemeinsames, übergeordnetes Thema. Auf diese Weise wird zum einen erstmals eine Verbindung zwischen den acht Naturparkgemeinden hergestellt. Des Weiteren entsteht ein optisches Wiedererkennungsmerkmal für den Naturpark und zugleich eine klare Identifikationsmöglichkeit für die einzelnen Gemeinden.

2013 wurden Kunstwerke in Kastl, Ensdorf und Rieden aufgestellt, 2014 folgten Ursensollen und Schmidmühlen, 2015 Hohenburg und bereits in diesem Jahr das zu Kümmersbruck gehörende Köfering. Die letzte Lücke wurde nun mit dem Kunstwerk „Objektion“ in der Stadt Amberg geschlossen. Es handelt sich dabei um eine lebensgroße teilfigürliche Plastik aus Bronze, die die Konditionierung und Entwicklung des Menschen in seinem Umfeld versinnbildlicht.

Als Standort wurde ein Platz direkt an der Vils, auf Höhe des Amberger Congress Centrums, gewählt, an dem sowohl der Fünf-Flüsse-Radweg als auch der Vilstal-Wanderweg durch das ehemalige Landesgartenschaugelände führen. Das Kunstwerk mit dem Titel „Objektion“ steht als Sinnbild für die Veränderung und den Entwicklungsprozess, den die Stadt Amberg und ihre Bewohner durchlaufen haben.

Den äußeren Rahmen des Kunstwerks bildet ein bronzenes Tor. Es symbolisiert die Öffnung und den Dialog mit einer Welt, deren anstehende Probleme und Konflikte es konstruktiv und friedlich zu lösen gilt. Die Befähigung, um dies zu erreichen, wird unter anderem in den über Jahrhunderte entstandenen und fortentwickelten Bildungseinrichtungen erreicht. Sie bieten dem Menschen die Möglichkeit, seine intellektuellen, sozialen und charakterlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Im Zentrum dieses Tors steht der Mensch. Er formt sich aus einer abstrakten Struktur. Auf diese Weise spürt das Relief der Bronzeskulptur dem Entwicklungsprozess nach, den der Mensch von seiner Geburt bis zur vollen Bewusstseinsentwicklung durchläuft. Parallel dazu wird der Wandel Ambergs vom Militär- zum Bildungsstandort aufgezeigt. Eingearbeitete Jahreszahlen verbildlichen diesen Transformationsprozess.

Um ihn zu verdeutlichen, verändert sich auch die Reliefstruktur von unten nach oben. Die massive, undurchdringliche und raue Struktur des unteren Teils steht für Abschottung und Aggression. Nach oben hin wird die Oberfläche dann durchlässiger, leichter und heller. Durchbrüche und Fenster ermöglichen den formalen Kontakt zur Umgebung. Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte sich begeistert von dieser gelungenen Darstellung.

Im Namen der Stadt Amberg und des Naturparks Hirschwald, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, dankte der OB dem Künstlerehepaar Hanna Regina Uber und Robert Diem sowie dem Amberger Stadtrat, dem Freistaat Bayern und der Sparkasse Amberg-Sulzbach für die Finanzierung des Projekts, das insgesamt 40.000 Euro gekostet hat. Der weitere Dank des Oberbürgermeisters galt dem Kulturamt, dem städtischen Sachgebiet Grün, dem Betriebshof Amberg und der Geschäftsstelle des Naturparks Hirschwald für die Organisationsarbeit und die tatkräftige Unterstützung.

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