Pflege Angehöriger und Beruf vereinbaren

Schwandorf. Das Lokale Bündnis für Familien bildet betriebliche Pflegelotsen aus. Der Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf und die Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familien, Dorothea Seitz-Dobler, konnten am Montag zu einer besonderen Fortbildung in der Agentur für Arbeit begrüßen. Personalleitungen, Betriebs- und Personalräte wurden vom Pflegeberater der AOK Bayern, Michael Falkenstein, geschult, um künftig als betriebliche Pflegelotse fungieren zu können.

 

Die Pflegelotsen sollen in ihren Unternehmen und Behörden die Beschäftigten in allen Fragen rund um die Pflege unterstützen. Dass die Pflege ein wichtiges Thema ist, haben die 13 Teilnehmer aus elf verschiedenen Unternehmen bestätigt. Viele Mitarbeiter sind mit der Pflege von Angehörigen betraut und müssen viel Kraft aufwenden, um Pflege und Beruf vereinbaren zu können. Um bei dieser Problematik Unternehmen und Betroffene, gerade beim Eintritt eines Pflegefalls, zu unterstützen, hat das Lokale Bündnis für Familien bereits Anfang des Jahres eine Qualifizierung zum Betrieblichen Pflegelotsen organisiert. Da die Veranstaltung sehr schnell ausgebucht war, hat sich die AOK bereit erklärt, einen weiteren Termin anzubieten, der ebenfalls nach zwei Wochen ausgebucht war.

Referent Michael Falkenstein von der AOK Direktion Amberg informierte über die gesamte Bandbreite der Pflege; ausgehend vom Antrags- und Einstufungsverfahren der Pflegebedürftigkeit bis zu den vielfältigen Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung. Wer erhält Pflegegeld, welche ambulanten und stationären Hilfen gibt es, welche Kombinationsmöglichkeiten sind für welche Pflegesituationen sinnvoll und was tun im akuten Pflegefall, all diese Fragen wurden vom Experten beantwortet.

Einen weiteren Part nahmen die Freistellungsmöglichkeiten des Arbeitszeitgesetzes, des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes sowie die Information über die konkreten Angebote der ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen im Landkreis Schwandorf ein. Gerade auch die Möglichkeiten der Tagespflege und der niedrigschwelligen Dienste können den Spagat zwischen Beruf und Pflege erleichtern. Zum Abschluss wurde die Wichtigkeit der Vorsorgevollmacht hervorgehoben, um gerade in Krisenzeiten als Angehöriger schnell und unbürokratisch die erforderlichen Angelegenheiten erledigen zu können. „Ich kann jedem raten, diese Vollmacht bereits in jungen Jahren abzuschließen“, empfahl Falkenstein. Mit vielen Informationen im Kopf, aber auch mit einer AOK-Info-Pflegetasche sind die Teilnehmer gut darauf vorbereitet worden, in den Betrieben und Behörden die Aufgaben eines Pflegelotsens zu übernehmen.