Premiere: "Die kleine Hexe" bei den Eisenzeitfestspielen

Premiere: "Die kleine Hexe" bei den Eisenzeitfestspielen

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Bodenwöhr. Der Rabe Abraxas rollt mit den Augen und versteht die miese Laune der kleinen Hexe nicht. So gerne würde sie auf dem Blocksberg zur Walpurgisnacht mittanzen, doch scheinbar hat sie die Oberhexe vergessen, erklärt sie ihrem Freund. Schließlich erschien die Wetterhexe Rumpumpel, die ihr aber das Erscheinen auf dem Blocksberg zwar in Aussicht stellte, allerdings zur Prüfung, ob sie eine gute Hexe sei oder nicht.

Der „Ring der Eisenzeit“ brachte Otfried Preußlers Klassiker „Die kleine Hexe“ auf die Bühne am idyllischen Hammersee. Am Freitag hatte das diesjährige Familienstück unter der Regie von Marlene Wagner-Müller Premiere, und rasch füllten sich die Bänke der von Mitteln der EU nach Leader und des Freistaats Bayerns geförderten Bürgerbühne Bodenwöhr. „Ein Spiel von Kindern für Kinder“, so brachte es Wagner-Müller auf den Punkt. Denn die meisten Darsteller stecken noch im Grundschul- bzw. frühen Mittelstufe, unterstützt von einer erwachsenen Darstellerin.

Das Alter, ja, das macht auch der kleinen Hexe (Lea Scharf) zu schaffen, 127 Jahre alt ist das kein Alter für eine Hexe, viel zu jung, um am Tanz auf dem Blocksberg teilzunehmen. Doch räumten ihr die alten Hexen noch eine Chance ein. Ein Jahr lang hatte die Kleine Zeit, ihr Können unter Beweis zu stellen, dass sie eine gute Hexe ist.

Für den Raben Abraxas (Jessie Silvestri) war klar, eine gute Hexe ist jemand, der Gutes hext. Gelegenheiten dazu boten sich ihr viele, wie die Rückblende aufzeigte: Den armen Holzweibern verhalf sie nicht nur zu viel Holz, auch den bösen Förster (Christian Silvestri) verwandelte sie in einen hilfsbereiten Menschen. Der Maroni-Mann (Zeno Müller) wurde seine Erkältung los. Das Blumenmädchen (Julia Wronka) konnte duftende Papierblumen verkaufen, den Ochsen Korbinian (Samuel Probst) rettete sie vor dem Metzger und gar zu übermütige Kinder wurden von einem plötzlich lebendig gewordenen Schneemann auf eigene Weise belehrt, dass man nichts zerstört, was andere mühsam aufgebaut haben.

Spezielle Effekte, Musik und Tanz (Technik Julian Schmid) unterstrichen die besonderen schauspielerischen Talente der Schauspieler, die sich als sehr wandelbar erwiesen. Einige von ihnen füllten mehrere Rollen aus, legten blitzschnell den Schalter um, und verkörperten so ganz andere Charaktere, so auch die Hexen mit Franziska Faltermeier, Felix Wallner, Amelie Probst, Julia Wronka, Kinga Biedron, Zeno Müller und Samuel Probst. Eine gute Hexe zu sein, blitzgescheit mit Wissen aus dem großen Hexenbuch, beinahe hätte es die kleine Hexe geschafft, die Anerkennung der Oberhexe und den anderen Hexen zu gewinnen. Wäre da nicht die Wetterhexe Rumpumpel (Katharina Lutter), die hatte sich mit Kamera und Notizblock ausgerüstet, stets auf die Lauer gelegt und festgehalten, was die kleine Hexe „Gutes“ geleistet hat.

Doch Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Gerechtigkeitssinn kehren sich in den Augen der Hexen ins Gegenteil um. Statt auf dem Blocksberg zu tanzen, sollte die kleine Hexe einen Scheiterhaufen bis Mitternacht errichtet haben. Die ließ sich allerdings sehr zum Erstaunen des Rabens Zeit, sprach einen Zauberspruch, der alle Hexenbesen herbeifliegen ließ. Obenauf legte sie das Papier und zündete es an. Gebrochen sind die bösen Zauberkräfte, nur sie, die kleine Hexe, konnte nunmehr zaubern – zum Wohle aller.

„Schön war es“, so lautete der allgemeine Tenor bei der Premiere. Zufrieden zeigten sie sich darüber, dass das Gute am Ende trotz aller Widrigkeiten gesiegt hat, wobei der Mut der kleinen Hexe und auch ihre Klugheit beeindruckten. Stellvertretender Landrat Jakob Scharf und Großvater der Hauptdarstellerin lobte die Leistungen der Kinder. Und auch der Ortsgeistliche, Pfarrer Johann Trescher, inzwischen Stammgast bei den Eisenzeitfestspielen, hatte seine Freude an der Darbietung. Beim langanhaltenden Applaus strahlten die Schauspieler mit der Sonne um die Wette.

Regisseurin Marlene Wagner-Müller freut sich bereits auf die nächste Aufführung am Sonntag, 25. Juni um 16 Uhr und am Freitag, 30. Juni um 10 Uhr, jeweils in der Seewinkl-Arena


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