Redseliger Bierengel bei den Schwarzen

Redseliger Bierengel bei den Schwarzen

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Vom schwarzen Engel Evi (Kugler) sauber derbleckt wurde der eine oder andere Stadtrat beim 1. Starkbierfest des CSU-Ortsverbandes Bleich-Kaspeltshub in Neuhaus. Aber auch so mancher „Normalbürger“ war nicht sicher vor über 100 Besucher zählendem Publikum im Gasthaus Fuchs. Selbst der Ehrengast und Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier zeigte sich überrascht.

Und auch Stadtrat Willi Sturm stand im Focus. Er wurde kürzlich für sein überragendes ehrenamtliches Engagement mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet. Der CSU Orts-Vorsitzende Florian Hummel und MdB Karl Holmeier gratulierten.

Seit 500 Jahren gebe es nun das Reinheitsgebot für Bayerisches Bier, sagte Holmeier, und angesichts der Glyphosatdebatte habe man derzeit schwierigere Entscheidungen zu treffen. Erst ab 1000 Liter Bier könne man ernsthafte gesundheitliche Schädigungen davon tragen, so Holmeier, und empfahl Zuhörern, die bereits 995 Liter Bier intus hätten, besser nach Hause zu gehen. In seiner Rede informierte Holmeier über die gesamte Bandbreite seiner politischen Aktivitäten von der sozialen Gerechtigkeit über Straßen- und Verkehrswegebau, Stromtrassen, Stromkosten bis hin zur Flüchtlingsthematik.

Das für Bayern leidige Thema –Länderfinanzausgleich- machte Holmeier anschaulich, indem er vorrechnete: Länderausgleich ist, wenn jeder bayerischer Bürger 400 Euro in einen Eimer werfe, diesen nach Berlin bringe und sich dort jeder Berliner 1000 Euro entnehmen würde. Beim Thema Flüchtlinge wisse keiner so genau wie es derzeit weitergehen solle, so Holmeier. Fakt sei aber, dass die Zahl der Ankömmlinge reduziert werden müsse. Er verteidigte daher die Obergrenzen-Debatte vehement. „Klare Kante zeigen“ sei dringend geboten, aber Ziel müsse es auch sein, darauf hinzuwirken, Kriege zu beenden.

Der schwarze Bierengel Evi machte sich Sorgen angesichts der Regierungsmethoden mit drohendem Zusammenbruch, kam hernieder, um die Irdischen wieder zur Besinnung zu bringen. Schon bei der Bierprobe im Vorfeld sei ihr aufgefallen, dass es der Herr Vorsitzende mit seiner Termindisziplin nicht so genau nimmt und dem Albert Herzog fast die Zornesröte ins Gesicht gestiegen sei, da er doch zur Fraktionssitzung weiter musste. Der Jakob-Sepp hatte sich dem Reinheitsgebot verschrieben, was dazu führte, dass schon bei der Bierprobe das Starkbier ausgegangen sei. Der schwarze Engel Evi vermutete den Grund bei der CSU, die meinte, das schwarze Getränk inhalieren zu müssen.

Eine Breitseite hatte Evi an die Nittenauer Schwarzen gerichtet, die bei den Veranstaltungen mit Abwesenheit glänzten und bezeichnete den dortigen Vorsitzenden als armes Schwein. Im Gegensatz zum Verband Bleich-Kaspeltshub: Da ist der „Willi Sturm für´n Florian Hummel, also einem Jüngeren, g´wicha und scho pfeift a frischa Wind“. Der Hartl Sepp vernachlässige seine CSU-lerpflichten, indem er lieber zur Taubenschau fährt und der Raith Sepp soll an Geschmacksverirrung leiden, sonst wäre er ein Schwarzer und würde den HSV auch meiden.

Der Willi Sturm will sich aufs Altenteil legen und habe sich daher auf den Nachwuchs spezialisiert, damit in 20 Johr in Neuhaus immer noch die CSU regiert. Lob gab es vom Engel für den Lorenz Ernst. Grund: Er hatte eine Sitzung verschwitzt, ist dann aber sofort zur Entschuldigung zum Vorstand geflitzt. Aber auch der Karl Holmeier war dran, der sich zwar um die B 85 kümmert, doch mit der Gestaltung des Brucker Kreisels (grod so greislich wie der in Bleich) die Schwarz´n-Pflicht vernachlässigt. Wer lange fragt, geht lange irr, ist die Devise vom Stadtrat Reinhold Hochmuth, „baut an Kälberstoll mit offenem Verwendungszweck, nach dem Motto, da Burgamoaster und da Stadtrat denkt, da Hochmuth Reini lenkt“.

Bei einer Wildsaujagd in Neuhaus hatte man Jagdprofi Otto Storbeck auf vier Wildschweine angesetzt, zwei konnten fliehen und zwei hatte er angeschossen, von denen sich eine beim Obermeier Kare auf der Terrasse versteckte. Aber auch der Erwerb des Ökonomiehofes und des Schreinerhauses in Fischbach stand in der Kritik. Die heiligen drei Stadträte von Fischbach haben dessen Notwendigkeit erklärt, aber wenigstens der Heiner (Hofstetter) die „Wahrheit g´sagt hod“. Fazit: „D´Fischbacher jammern erbärmlich, Nittenau hat alles, aber mir san so ärmlich“.

So seine liebe Not hat Feuerwehrkommandant Walter Obermeier, der aus Altersgründen nicht mehr ins Amt gewählt werden kann und beim Kreisbrandrat um Verlängerung beantragte. Doch der Kugler Franz-Josef wartet ebenso darauf, die Feuerwehr am Laufen zu halten. Dass der neue CSU Vorsitzende Florian Hummel seine Sache gut mache, bescheinigte ihm der schwarze Engel Evi und gab ihm den Rat, auch einmal eine Mitgliederversammlung abzuhalten, damit´s ihn kennen lernen, die Jungen und die Alten.

Auch die Jungen gehör´n wieder aktiviert, um nicht altersmäßig dahin zu vegetier ‘n. Engel Evi ist auch aufgefallen, dass Bleich zu einem landwirtschaftlichen (Biogas-) Gewerbegebiet verkommt und die Bayerische Gemütlichkeit verloren gehen könnte. In Abwesenheit wurden auch die Stadträte Albert Meierhofer, Michael Jäger, Otto Storbeck, Nino Bruno, Tina Schmidt und Elisabeth Bauer erwähnt, sowie Bürgermeister Karl Bley im Zusammenhang zu seiner Passion zum altem Glump (Ökonomiehof und Schreinerhaus Fischbach). Andreas mit der Quetsch´n und die Stadtkapelle übernahmen den musikalischen Teil.

 


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