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Premiere von „Einen Jux will er sich machen“ war ein voller Erfolg

Premiere von „Einen Jux will er sich machen“ war ein voller Erfolg

3 Minuten Lesezeit (633 Worte)

Bei richtigem Kaiserwetter hatten sich knapp 300 Besucher zur Premiere 2017 der Laienspielschar Windischeschenbach auf der Freilichtbühne Burg Neuhaus eingefunden. Gespielt wurde das Stück von Johann Nepomuk Nestroy „Einen Jux will er sich machen“, dass von Regisseur Hannes Rupprecht im Vorfeld salonfähig aufbereitet und erstklassig inszeniert wurde.

Nicht weniger als 20 Schauspielerinnen und Schauspieler hauchten der lustigen Verwechslungskomödie in vier Aufzügen neues Leben ein. Bei den aufwendigen und farbenfrohen Kostümen aus dem frühen 19. Jahrhundert übertrafen sich die Kostümentwerferinnen Beate Stock und Gerlinde Schedl selbst und leisteten hier ganze Arbeit. Musikalisch umrahmt wurde die Aufführung von einer Abordnung der „Neuhauser Boum“ unter der Leitung von Robert Schricker.

Das Publikum wurde von Beginn an abgeholt und begab sich gerne mit auf die Reise ins Jahr 1834 wo auch die sprachliche Ausdrucksform noch eine ganz andere war. Der Gewürzkrämer „Zangler“ (Bürgermeister Karlheinz Budnik) und Vormund seiner Nichte „Marie“ (Brigitte Flieger) reiste mit seinem neuen Hausknecht „Melchior“ (Hannes Rupprecht) in die Stadt um sich auf „Freiersfüßen“ zu begeben und die richtige Frau an seiner Seite zu finden. Ein ständiger Brüller als „Melchior“ die kuriosen Gegebenheiten permanent als „klassisch“ bezeichnete und immer wieder beteuerte wie gut es „Zangerl“ hat ihn an seiner Seite zu haben. Dessen Abwesenheit nutzten sein Handlungsgehilfe „Weinberl“ (Ludwig Müller) und Lehrbub „Christopherl“ (Lena Schulze) um ebenfalls in die Stadt zu fahren und sich dort einen Jux zu machen. Als „Zangler“ ihnen unerwartet über den Weg läuft, gelingt gerade noch die Flucht in den Modesalon von „Madame Knorr“ (Kerstin Schandri), die ausgerechnet die Braut von „Zangler“ ist. Aus der Bedrängnis heraus gibt sich „Weinberl“ als Ehemann einer Kundin „Frau von Fischer“ (Karin Prucker) aus, die prompt eine gute Freundin von „Madame Knorr“ ist und auch noch zufällig auf Besuch vor Ort ist. Die verwunderte Witwe lässt sich aus Neugier auf das Spiel der frisch gebackenen Ehefrau ein.

Bild: von links: Modewarenhändlerin Madame Knorr (Kerstin Schandri, Handlungsdiener Weinberl (Ludwig Müller), Lehrjunge Christopherl (Lena Schulze) (c) by gau

In einem teuren Restaurant wird das Verwirr-und Versteckspiel noch unübersichtlicher, da sich „Zangler“ dort eingefunden hat um seine Liebste einzuladen und gleichzeitig seine Nichte „Marie“ zu finden, die mit ihren Liebhaber „Sonders“ (Simon Mauerer) durchgebrannt ist. „Weinberl“ und  „Christopherl“, die  mit „Madame Knorr“ und „ Frau von Fischer“ im selben Restaurant logierten, gelang gerade noch die Flucht vor „Zangler und der unbezahlbaren Zeche“. Nach weiteren Verwicklungen bei „Zanglers“ Schwägerin Frau Blumenblatt (Silvia Sperber) ertappen die beiden bei ihrer Rückkehr auch noch zwei Einbrecher (Gerald Wildgans, Peter Budnik). „Zangler“, der nichts von der Abwesenheit der beiden bemerkte, ist am Ende sehr stolz auf seinen „Associe“, der sein Haus und den Krämerladen so treu bewacht hat.

 

Bild: von links: Schneidermeister Hupfer (Thomas Weiß), Gewürzkrämer Zangler (Karlheinz Budnik), Hausknecht  Melchior (Hannes Rupprecht) (c) by gau

Originell waren auch die „Standbild-Einlagen“ der Schauspieler, wenn ein vorbeifahrender Zug, das Weiterspielen lärmbedingt kurzzeitig verhinderte. Die Besucher waren total begeistert und belohnten die Akteure mit minutenlangen Beifall. Im Anschluss an der Veranstaltung war im Gespräch mit Regisseur Hannes Rupprecht und Laienspielschar-Vorsitzenden Bertwin Fleck zu erfahren, dass dieses Stück bereits vor 24 Jahren schon mal in Neuhaus aufgeführt wurde, Hannes Rupprecht ein großer Fan von Nestroy ist, den er auch gerne als Karl Valentin von Wien bezeichnet und Beide sehr stolz auf ihre Truppe sind. Es benötigt viele freiwillige fleißige Hände um eine Aufführung in diesem Ausmaß zu stemmen. Beide bedankten sich nochmal in aller Form bei jeden freiwilligen Helfer, ohne die es so ein Spektakel in Windischeschenbach/Neuhaus nicht geben würde.

Nochmal die bevorstehenden Termine im Überblick: 18 Juni, um 20 Uhr, 23 Juni um 20 Uhr und am 25.06.um 16 Uhr. Karten gibt es bei OK und NK-Ticket im Internet und ganz unkompliziert bei Elektro Hecht in Windischeschenbach. Also nix wie hin und Tickets sichern. Ein Erlebnis der besonderen Art, dass man wirklich nicht versäumen sollte.

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