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Diamond Lucy: OVIGO-Mut zahlt sich aus

Diamond Lucy: OVIGO-Mut zahlt sich aus

3 Minuten Lesezeit (505 Worte)

Es gehört Mut dazu, ein Stück wie „Diamond Lucy“ in Oberviechtach auf die Pfarrheimbühne zu bringen. Die Tragikomödie der österreichischen Autorin Claudia Widmann ist alles andere als gefälliges Unterhaltungstheater. Das Stück ist lustig, tragisch, tiefsinnig, teilweise verstörend und hat ein auf den ersten Blick nicht unbedingt stimmiges Ende. Doch Mut hat die noch relativ junge OVIGO-Theatergruppe ja bereits mit anderen Produktionen bewiesen. Man denke im letzten Jahr an Jasmina Rezas Paradestück „Der Gott des Gemetzels“, welches mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Doch dieses Mal waren die Youngsters dran.

Alle Schauspieler waren im jugendlichen Alter, die Jüngste gar erst sieben Jahre alt. Und was diese Truppe unter der erstmaligen Regie von Julia Ruhland auf die Beine gestellt hat, verdient größten Respekt.

Der erste Teil des Stückes ist harmlos und besticht durch witzige Dialoge, die das Publikum oft zum Lachen und zu Szenenapplaus reizen. Drei Mädchen treffen sich bei der verwöhnten Celine (herrlich affektiert: Antonia Schneider) um für eine Party „vorzuglühen“: Die computersüchtige Clara (Maria Wabra), die magersüchtige Emma (Sophia Zimmermann) und Leni (Julia Gitter), die Sportskanone, die die Träume ihrer überehrgeizigen Eltern erfüllen soll. Sie haben die üblichen Probleme junger Mädchen, die von „ich bin zu dick“ über „Hilfe, ich hab hier kein Netz“ reichen.

Es ist ein lustiger Mädelsabend. Sie kichern, sie zicken sich an, sie trinken Cola-Rum und sie warten auf Lucy. Doch wo ist die fünfte Freundin im Bunde? Existiert sie überhaupt? Nach der Pause kippt das Stück, wird zum packenden Thriller. Dem Zuschauer wird schnell klar, Lucy ist tot. Was letztendlich passiert ist, ob Lucy nun wirklich ertrunken ist und inwieweit der Chauffeur Alfred in ihren Tod verwickelt ist, lässt das Stück offen. Dennoch besticht gerade dieser zweite Teil mit packenden Szenen. Besonders in der hervorragend inszenierten Verhörszene haben alle vier Darstellerinnen großartige Momente. Und dann kommt Lucy doch noch. Es hat etwas von „Ghost-Nachricht von Sam“, wenn Lucy sich in der surrealen Schlussszene unter ihre Freundinnen mischt und sich verzweifelt bemerkbar machen will. Johanna Gradl spielt diesen Part, besonders in ihrem bewegenden Monolog am Ende des Stücks, einfühlsam und sehr überzeugend.

OVIGO-Chef Florian Wein hat den Text umgearbeitet und die Handlung in den Landkreis Schwandorf verlegt. Die zusätzlichen Szenen mit Kaspar (Johannes Rahm) und Celines kleiner Schwester Lisa (Eva Schönberger) kommen im Original nicht vor, tun dem Stück aber definitiv gut. Wenn Kaspar, der jugendliche Möchtegern-Macho, in den alle Mädchen verliebt sind, auf die herzerfrischend aufspielende Siebenjährige trifft, hat das zweifellos einen ganz besonderen Charme. Besonders die kleine Eva Schönberger lässt schon großes Talent erkennen. Aber auch Johannes Rahm, der kurzfristig ersatzweise eingesprungen ist und zum ersten Mal auf der Bühne stand, hat die Herausforderung gut gemeistert.

Es ist eine ungewöhnliche Produktion, die berührt, irritiert und letztendlich begeistert. Das Publikum jedenfalls feierte die Darsteller zurecht am Schluss mit tosendem Applaus und Bravorufen. Bei diesem vielversprechendem Nachwuchs muss man sich um die Zukunft es OVIGO keine Sorgen machen. „Diamond Lucy“ ist noch einmal am 26.September um 20 Uhr in der Schwarzachtalhalle in Neunburg v. Wald zu sehen. Nähere Infos unter www.ovigo-theater.de

 

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