44BA5522-3765-4114-A248-037F151C99DE In den nächsten Monaten reifen an Feldrändern Samen von Zeigerpflanzen, wie etwa an dieser Distel. Foto: OTH Regensburg / Hilde Wagner

Regensburg. Ein Professor der OTH Regensburg ruft die Bevölkerung auf, Saatgut von Zeigerpflanzen – landläufig als „Unkraut" oder „Beikraut" bezeichnet – zu sammeln und einzusenden. Ein Feld-Roboter soll mittels Künstlicher Intelligenz lernen, die Pflanzen zu erkennen.

An der OTH Regensburg schraubten Maschinenbau-Studierende mit Prof. Dr. Hermann Ketterl im vergangenen Semester bereits an einem intelligenten Roboter, der ohne Glyphosat Bio-Felder von Unkraut befreien soll. Jetzt hat Prof. Dr. Ketterl eine neue Idee für ein Projekt im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI): 

„Aus meiner Sicht wäre es interessant, wenn ein Roboter auf dem Feld möglichst viele sogenannter Zeigerpflanzen erkennen würde und damit Hinweise auf Probleme im Boden geben könnte. Man müsste dazu eine Bilderkennung basteln, die alle diese Pflanzen erkennt."

„Zeigerpflanzen", landläufig als „Unkraut" oder „Beikraut" bezeichnet, sind für Landwirte meist unerwünscht. Dabei können die Pflanzen hilfreich sein, denn sie zeigen, was der Boden braucht.

Damit Prof. Dr. Ketterl einem Feld-Roboter möglichst viele Zeigerpflanzen „beibringen" kann, muss er ihn zuvor mit realen Bilddaten „füttern". Prof. Dr. Ketterl hat den Plan, dieses Jahr Saatgut von unterschiedlichsten Zeigerpflanzen zu sammeln, um sie vor seinem Labor in Blumentöpfen anzubauen.


Prof. Dr. Ketterl sagt: „In unserem Kontext könnte ich mir vorstellen im nächsten Sommersemester eine Projektarbeit im 6. Semester Maschinenbau anzubieten, bei der Studierende eine Bilderkennung für reale Pflanzen programmieren."

Prof. Dr. Ketterl weiter: „Saatgut von Raps, Zuckerrüben oder Kartoffeln kann man kaufen. Das Saatgut für Zeigerpflanzen kann man nicht kaufen, aber in den nächsten Monaten ernten." Prof. Dr. Ketterl versucht, die Bevölkerung zu animieren, ihm auf diesem Weg, Saatgut von Zeigerpflanzen in einem einfachen Briefkuvert zu schicken. Dazu müsse man eine schöne Zeigerpflanze erkennen, beobachten und zum richtigen Zeitpunkt die reifen Samen einsammeln.

Richtiges Ernten von Saatgut funktioniert nach Prof. Dr. Ketterl ganz leicht, wenn beispielsweise die Möglichkeit besteht, über die Blüte kurz vor der Reife eine luftdurchlässige Tüte zu ziehen und zu warten, bis der gereifte Samen abtrocknet und von selbst in die Tüte fällt.

Versand:

Saatgut der Zeigerpflanzen mit Angabe des Absenders und mutmaßlichen Namen der Pflanze in Briefumschlag schicken an: 

OTHRegensburg, Prof. Dr. Hermann Ketterl, Labor Mess- und Steuerungstechnik, Raum B003, Galgenbergstraße 30, 93053 Regensburg

Hinweis zu Zeigerpflanzen:

https://www.bio-net.at/fileadmin/bio-net/documents/bionet_zeigerpflanzen_2015.pdf