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DSC_0028 Auch der Tag des offenen Denkmals war 2018 mit 1.300 Gästen ein echtes Kulturhighlight, Symbolbild (c) by Johannes Hartl

Schwandorf wird 2020 zur Kulturstadt Bayern-Böhmen

5 Minuten Lesezeit (931 Worte)
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Schwandorf.  Schwandorf wird 2020 nicht nur zur Kulturstadt Bayern-Böhmen, auch der 43. Bayerische Nordgautag wird in der Großen Kreisstadt über die Bühne gehen. Im Kulturausschuss wurden erste Details vorgestellt.

186 Stadtführungen mit 3.305 Teilnehmern, 2.920 Besucher im Stadtmuseum, 15.893 Gäste in den Felsenkellern: Es waren eindrucksvolle Daten, die am Donnerstag im Schwandorfer Kulturausschuss vorgestellt wurden – und jede einzelne Zahl steht beispielhaft für die große Vielfalt an kulturellen Angeboten, mit denen die Große Kreisstadt 2018 aufwarten konnte. Zur ersten Sitzung im neuen Jahr waren traditionell die Vertreter der sieben Schwandorfer Kulturinstitutionen erschienen, um eine Bilanz über die Aktivitäten im Vorjahr zu ziehen. Und sie hatten durchaus wieder allen Grund, sich zufrieden auf die Schultern zu klopfen.

Für das Kulturamt verwies Hans-Werner Robold auf mehrere Veranstaltungen, die in der Stadt durchgeführt wurden. Dazu zählen die Konrad-Max-Kunz-Tage, eine Vielzahl von Veranstaltungen zu Musik, Literatur, Tanz und Theater sowie verschiedene Konzerte. Sie alle konnten dank hoher Besucherzahlen jeweils als voller Erfolg gewertet werden. Zudem initiierte das Kulturamt 2018 gleich zwei besondere Events, die Strahlkraft weit über die Große Kreisstadt hinaus besaßen: den ersten Schwandorfer Street Food Park und das Open-Air-Kino „Filmnächte an der Naab". Beide Veranstaltungen konnten zusammen mehr als 14.000 Besucher in den Schwandorfer Stadtpark locken, wusste Robold zu berichten.

Nachgefragt und etabliert

Doch diese großen Events sind lediglich ein kleiner Teil dessen, was sich im Schwandorfer Kulturleben tatsächlich abspielt. Die eigentliche – und weitaus größte – Arbeit wird in den einzelnen Kultureinrichtungen geleistet, die sich quer über die Große Kreisstadt verteilen. Es sind etablierte Angebote wie die Stadtbibliothek, das Oberpfälzer Künstlerhaus, der Jugendtreff, das Stadtmuseum oder die Volkshochschule, die mit ihrer tagtäglichen Arbeit das Aushängeschild der städtischen Kultur sind, die mit innovativen Konzepten Wissen vermitteln, die spannende Unterhaltung bieten und interessante Bildungsarbeit leisten.

Über mangelndes Interesse konnten sich deren Leiter deshalb nicht beklagen, im Gegenteil konnten sie mit eindrucksvollen Daten untermauern, wie nachgefragt und akzeptiert ihre Arbeit ist. Allein die Stadtbibliothek konnte von 3.437 aktiven Benutzern berichten, die stolze 200.903 Medien ausgeliehen haben. In der touristischen Sparte wiederum konnte Schwandorf mit 186 Stadtführungen den respektablen Wert aus dem Vorjahr halten, während bei den Gruppenführungen im Felsenkeller die Zahl der auswärtigen Gäste sogar auf 37 Prozent angewachsen ist. Hinzu kommen zahlreiche Ausstellungen, Aktionen für Jugendliche und spezielle Angebote wie das „KUNST-SHUTTLE", bei dem das Oberpfälzer Künstlerhaus mit interessierten Schwandorfern kulturelle Angebote im Nachbarlandkreis Cham besuchte.

Schwandorf wird Kulturstadt Bayern-Böhmen

Möglich wird dieser Erfolg nicht zuletzt, weil sich die einzelnen Angebote immer wieder neu erfinden, weil sie sich gerade nicht scheuen, bei ihrer Arbeit regelmäßig neue Weg zu gehen. Im Kulturausschuss wusste man denn auch zu schätzen, was die Stadt an ihrer Kulturarbeit hat. Quer durch alle Fraktionen bedankten sich die Stadträte für die geleistete Arbeit und für das große Engagement, das die Mitarbeiter der städtischen Kulturinstitutionen zeigen, wenn sie ihre Einrichtung mit Leben erfüllen. Es bestehe in der Stadt ein „sehr, sehr vielfältiges Angebot", brachte Grünen-Stadtrat Paul Groß die allgemeine Haltung des Gremiums auf den Punkt: „Das Gerede, dass in Schwandorf nix los ist, ist einfach bloß Stammtischgerede."

Auf diesen Erfolgen wird sich die Stadt aber nicht einfach ausruhen, und so stehen bereits die nächsten zwei großen Projekte für 2020 in den Startlöchern: nämlich Schwandorf als „Kulturstadt Bayern-Böhmen" und als Ausrichter des 43. Bayerischen Nordgautags. Dabei setzen die Veranstalter auf eine enge Kooperation zwischen den kulturellen Terminen. Die Aktion „Kulturstadt Bayern Böhmen" erstreckt sich auf das gesamte Sommerhalbjahr, wie Dr. Veronika Hofinger, Leiterin des Centrums Bavaria Bohemia, dem Gremium erklärte. Es besteht aus einem umfassenden deutsch-tschechischen Kulturprogramm, das vor allem ein Ziel hat: das Kulturleben der Städte zu beleben und die grenzüberschreitenden Kontakte nachhaltig zu bereichern, ja die Grenzregion insgesamt mit mehr Leben zu erfüllen.

Fest der Grenzregionen

Im Mittelpunkt werden dann die verschiedensten Kulturveranstaltungen stehen, natürlich unter enger Mitwirkung der jeweiligen lokalen Kunstakteure. Sie werden die meisten Veranstaltungen selbstständig umsetzen, erklärte Hofinger; ihr Zentrum trete lediglich im Hintergrund in Erscheinung, etwa bei der Marketingarbeit oder bei anderweitigen Anliegen, wo sie den lokalen Partnern helfend unter die Arme greifen können. So soll ein lebendiges kulturelles Miteinander entstehen, ein Austausch zwischen und ein Fest der Grenzregionen. Schwandorf ist dafür (gemeinsam mit der Stadt Wunsiedel) die ideale Wahl, so Hofinger, denn es handle sich um eine mittelgroße Stadt, die nicht in unmittelbarer Grenznähe liegt.

Der 43. Bayerische Nordgautag soll hingegen die Oberpfalz feiern, die gesamte Vielfalt, die dort herrscht, beschrieb Altlandrat Volker Liedkte, Präsident des Oberpfälzer Kulturbunds, das Ziel der Aktion. „Es soll zeigen, was wir hier alle wissen: dass das Leben in der Provinz alles andere als provinziell ist". Nach den aktuellen Planungen wird die Veranstaltung vier Tage umfassen (09. bis 12. Juli), gefüllt mit einem breiten Programm. Unter anderem soll es Festvorträge und Exkursionen geben, einen großen Festakt und einen ökumenischen Gottesdienst sowie einen großen Festzug durch Schwandorf als krönenden Abschluss.

Nordgautag „echtes Kulturhighlight"

Die Stadt selbst trete als Mitveranstalter auf, erklärte Liedtke. Und: Sie kann durch ihre Mitwirkung den Erfolg entscheidend beeinflussen, vor allem indem sie kräftig die Werbetrommel bei den Vereinen, Verbänden und anderen Organisationen rührt, damit diese als Multiplikatoren dienen. Im Stadtrat stieß das Konzept, das der Altlandrat vorstellte, auf begeisterte Reaktionen. „Das ist ein echtes Kulturhighlight", befand Bürgermeisterin Martina Engelhardt-Kopf (CSU), die keinen Hehl aus ihrer Vorfreude machte. Bis es soweit ist, wird die Stadt jedoch einiges zu tun haben; es gilt die nötigen Vorbereitungen zu treffen und später in die detaillierte Organisation der zwei Großevents einzusteigen.

„Es ist ein Haufen Arbeit, da brauchen wir keinen Hehl draus machen", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU). „Aber wir werden glänzende Gastgeber sein, so wie man es von Schwandorf gewohnt ist."


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