DSCF9430_edited Günter Krempl, Bürgermeisterin Andrea Dobsch.
Zeitlarn. „Irgendetwas Kreatives muss ich tun", soll der gebürtige Kärntner Günter Krempl einmal gesagt haben, nachdem er E-Gitarre und Ukulele „an den Nagel gehängt hat". Sein Zeichenlehrer Alfons Bauer am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium hatte ihn und einige seiner Mitschüler lange Zeit vorher für die Kunst begeistert. Er selbst fand den Weg über die Musik zur Darstellenden Kunst und hat sich autodidaktisch eine breite Palette angeeignet. Bis in den Januar hinein sind seine Skulpturen im Zeitlarner Rathaus zu sehen.

Anlässlich der Corona bedingten „stillen" Eröffnung bedankte sich Günter Krempl bei Bürgermeisterin Andrea Dobsch für ihre Initiative zur Ausstellung. „So eine Präsentation bringt Farbe in ein ansonsten nüchternes Verwaltungsgebäude" begründete sie ihre Entscheidung.


Begonnen hat Krempl, Objekte mit Resten von Selbstbaumöbeln zu formen. Nach diesen „Design"-Stücken wandte er sich mehr und mehr der figurativen, teils realistischen Formensprache zu. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt seines Schaffens. In den Skulpturen bleiben die menschlichen Proportionen im weitesten Sinn erhalten. Oft führen die Materialien in ihrer Beschaffenheit selbst Regie, wenn sie der Künstler gestaltet. Krempl lässt sich führen, lässt sich auf sie ein. „Wenn etwa die Holzmaserung mir den Weg zu einem Gesicht vorgibt", meint er. 

Kreativität schwingt auch mit bei der Wahl der Materien. So bedient er sich verschiedener Hölzer. Er verwendet Plastilin, Gips, Kunstharz bis hin zu Eisen und Pappmache. Nicht zuletzt hat es ihm auch die Farbe angetan. Ein leuchtendes Ultramarin Blau am Haus des französischen Malers Jacque Majorelle in Marrakesch inspirierte ihn. Drei Monate lang experimentierte er, bis er eine ähnlich leuchtende Farbe gefunden hat. 


So tragen auch die häufigen Reisen in die verschiedensten Kulturen und die zahlreichen Besuche von modernen Kunstmuseen in aller Welt zur Themenfindung bei. „Alle diese Impulse finden bei mir ihren Ausdruck in unterschiedlichen Gestaltungsformen", schwärmt Günter Krempl.


Damit bleibt er kreativ und innovativ, wie in jungen Jahre als er mit seiner Band „Crample" in den 80er Jahren die Musikszene in Regensburg und anderswo rockte, zwischenzeitlich in die IT-Branche wechselte um sich schließlich der darstellenden Kunst zuzuwenden.