SPD_Kreisrte_Verabschiedung_Bodenwhr Kreisvorsitzender Peter Wein (links), Bezirksvorsitzender Franz Schindler (Zweiter von links) und MdB Marianne Schieder (Zweite von rechts) verabschiedeten offizielle die ehemaligen SPD-Kreisräte (von links) Siegfried Damm, Georg Beer, Romy Hermann-Reisinger, Herbert Wartha und Josef Biebl. Bild: © Ingrid Schieder

Bodenwöhr/Schwandorf. Nach pandemiebedingten mehreren Anläufen war es am Sonntagabend endlich soweit: Die Verabschiedung von ehemaligen SPD-Kreisräten in einer kleinen Feierstunde konnte stattfinden – in der Familiengaststätte Jacob.


Der Zusammenkunft im Gastzimmer ging eine Fahrt mit der Plätte auf dem Hammersee voraus, bei herrlichem Sommerwetter. Peter Wein, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Schwandorf, freute sich, dass so Viele der Einladung gefolgt waren. Die Pandemie sei eine große Katastrophe, es sei schön, dass man sich endlich wieder persönlich treffen kann. Begleitet wurden die Mitglieder, die bereits zum 30. April 2020 ausgeschieden waren, von ihren Ehepartnern. Begrüßen konnte Wein auch MdB Marianne Schieder, den SPD-Bezirksvorsitzenden Franz Schindler sowie sämtliche SPD-Bürgermeister und Kreisräte sowie den früheren Bürgermeister von Nittenau, Karl Bley.

Peter Wein dankte für das Engagement bei den Wahlen. Dies sei ein Ansporn für das Ziel „18 Kreisräte". Gut gearbeitet worden sei in den letzten Monaten. Viele Anträge habe man gestellt, so für den Campingplatz in Perschen, sich gegen die Verbrennung von radioaktivem Müll eingesetzt, für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Den Haushalt habe man abgelehnt, im Kreistag bemühe man sich nach Kräften für einen Kurswechsel.

MdB Marianne Schieder sagte: „Ich freue mich, dass wir uns wieder live treffen können." Es sei keine Selbstverständlichkeit, wenn Menschen sich in einer Partei engagieren. Das Ehrenamt werde zwar gelobt, doch diese Form der Anerkennung sei eher in den Bereichen von Jugendarbeit und Sport angesiedelt. Doch das Ehrenamt sei und biete aber noch viel mehr: Durch das Ehrenamt werde auch die Demokratie getragen - durch das Engagement in der Politik. Das sei nicht immer einfach und oft genug auch mit Ärger verbunden. Und so gewinne dieser Einsatz der (ehemaligen) Kreisräte bei so einer Verabschiedungsfeier an Bedeutung, leitete Schieder die Würdigung ihrer Verdienste ein.

Und: Es seien nur mehr drei Monate bis zur Bundestagswahl, so Schieder. Diese Zeitspanne solle man nutzen, um darzustellen, was man erreicht habe in der Bundespolitik. Sie bitte daher um Ansprache bzw. Werbung persönlich im Bekanntenkreis. Die Bundestagsabgeordnete dankte den nunmehr ehemaligen Kreistagsmitgliedern für ihr jahrelanges Engagement.

Bezirksvorsitzender Franz Schindler sagte, er gehöre seit 1984 dem Kreistag an und habe während dieser Zeit viele Mitglieder persönlich kennengelernt. Bei allen Macken, die jeder habe, habe immer eine gute Zusammenarbeit vorgeherrscht. Doch Vieles habe sich bei der Arbeit im Kreistag geändert. Bis 2014 sei man Regierungsfraktion gewesen, habe Landrat Hans Schuierer und später Volker Liedtke unterstützt. Fraktionssitzungen haben vier bis fünf Stunden gedauert, „war aber wichtig und eine gute Zeit". Denn: Probleme gab es zu lösen, zu Entscheidungen sah man sich gezwungen, die nicht leicht gefallen seien, beispielsweise bei der Schließung von Krankenhäusern, der Erweiterung des Müllkraftwerks, die Rauchgasreinigung.

Bis 2014, dann sei Thomas Ebeling Landrat geworden. Daraufhin habe die SPD eine neue Rolle einnehmen müssen. „Das fällt schwer, auch weil wir weniger geworden sind", bedauerte Schindler, „aktuell liege man bei zehn Kreisräten". Schwieriger sei es auch deshalb geworden, weil immer mehr Befugnisse auf den Landrat übertragen wurden, eine „geteilte Demokratie ist da nicht mehr". Hinzu komme auch eine gewisse Undankbarkeit. Auch sei keine Substanz mehr da, an deren Stelle treten Hochglanzprospekte.

Mit einer Laudatio auf die geleistete Arbeit und die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen nahmen Kreisvorsitzender Peter Wein, MdB Marianne Schieder und Bezirksvorsitzender Franz Schindler die Ehrungen vor, wobei Letzterer bemerkte, dass alle zu Ehrenden es auf insgesamt 96 Jahre Mitwirken im Kreistag Schwandorf bringen.

Geehrt wurde Josef Biebl aus Oberviechtach, der von 1990 bis 2020 im Kreistag vertreten war und dessen Aufgaben sich in einer umfangreichen Liste niederschlägt: So war er Mitglied bei sämtlichen Ausschüssen sowie Verwaltungs- und Verbandsrat, so unter anderem im Rechnungsprüfungs-, Personal-, Kreis-, Jugendhilfe-, Sozialhilfeausschuss, Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur, im Zweckverband Freizeit- und Erholungszentrum Perschen, für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik, in der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Schwandorf, Ausschuss für Planung und Bau.

Siegfried Damm aus Teublitz war ebenfalls von 1990 bis 2020 im Kreistag tätig und bekleidete ebenfalls sämtliche Ressorts, wirkte unter anderem im Kreis-, Jugendhilfe-, Rechnungsprüfungs-, Personal-, Bauausschuss, Ausschuss für Krankenhäuser und Altenheime, für Kreisentwicklung und Fremdenverkehr, für Umweltschutz und Abfallwirtschaft, für Schulen, Jugend und Sport mit.

Romy Hermann-Reisinger aus Teublitz fungierte von 2014 bis 2020 als Kreisrätin. Während dieser Zeit war sie im Personal-, Jugendhilfe-, Rechnungsprüfungsausschuss tätig sowie als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Schwandorf. Zudem ist sie Trägerin der Bürgermedaille in Silber und in Gold der Stadt Teublitz.

Herbert Wartha aus Neunburg vorm Wald gehörte dem Gremium von 2014 bis 2020 an. Vertreten war er im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik, fungierte jeweils als erster Stellvertreter im Personalausschuss und im Ausschuss für Planung und Bau, sowie als stellvertretender Verbandsrat im Zweckverband „Müllverwertung Schwandorf".

Georg Beer aus Teublitz war Mitglied im Kreistag von 2014 bis 2020. Er übte das Amt des Vorsitzenden im Rechnungsprüfungsausschuss aus, war erster Stellvertreter im Personalausschuss.

Terminlich verhindert war Pia Chwastek aus Maxhütte-Haidhof, die dem Gremium ebenfalls von 2014 bis 2020 angehörte. Während dieser Zeit arbeitete sie im Jugendhilfeausschuss sowie als zweite Stellvertreterin im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik mit.

Ebenfalls verhindert war Evi Thanheiser aus Nabburg. Von 2008 bis 2020 war sie im Kreistag vertreten. Ab 1. November 2011 bis 2020 fungierte sie als Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Mitglied war sie unter anderem im Personal-, Jugendhilfe-, Kreisausschuss sowie im Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur, für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik, für Planung und Bau.

Nicht dabei sein konnte auch Bernhard Krebs. Krebs war Mitglied des Kreistages von 2014 bis2020. Während dieser Zeit war er im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik, im Personal-, im Kreisausschuss, im Ausschuss für Planung und Bau, im Jugendhilfeausschuss tätig. Zudem fungierte er als Verbandsrat im Zweckverband „Freizeit- und Erholungszentrum Perschen".

MdB Marianne Schieder meinte, dass die Ehrungen Zwischenstation seien und weitergemacht werden solle.