burkina-faso-David-Sanclement-pixabay Symbolbild: © David-Sanclement, pixabay

Gemeinschafts-Aktionen stehen auf der Kippe, nach jeweiliger Abwägung fallen sie der Corona-Pandemie zum Opfer. Die internationale Hilfsorganisation Missio ist dringend auf Spendengelder angewiesen, gerade in dieser Zeit, wo die Hilfsbedürftigen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, dem Corona-Virus hilflos ausgeliefert zu sein, weil es an allem Nötigen fehlt, um sich schützen zu können. Umso nötiger ist der Solidaritätsgedanke hierzulande, um der Not entgegensteuern zu können.


Konkret geht es um den Spendenmarsch der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr, Alten- und Neuenschwand, die das Missio-Hilfsprojekt „Burkina-Faso" fördern. Der Spendenmarsch, heuer wäre es das sechste Mal gewesen, dass die Pfarrangehörigen und alle, die sich darüber hinaus anschließen, sich zu Fuß aufgemacht hätten - und dabei eine Spende für das Missio-Hilfsprojekt „Burkina Faso" gegeben hätten. Von Jahr zu Jahr wechseln dabei die Treffpunkte, wo gestartet und beendet wird. Bevor sich die Teilnehmer wieder auf den Nachhauseweg machen, genießen sie noch Kaffee und Kuchen.

Wohlgemerkt: Der Marsch fiel aus, die Spendenbereitschaft nicht. Der fiktive „Spendenmarsch" nach den Gottesdiensten in Blechhammer, Bodenwöhr und Neuenschwand am Samstag und Sonntag (12. und 13. September) erbrachte ein Ergebnis von 1.378,05 Euro für das Missio-Projekt „Burkina Faso". Pfarrer Johann Trescher sagte allen Helfern und Gebern ein herzliches „Vergelt's Gott", sowie Petra Lutter für das Basteln der „Dankes-Herzen".

Wem wird geholfen, was wird unterstützt? Plakate in den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr, Alten- und Neuenschwand sensibilisieren das gesamte Jahr über die Gottesdienstbesucher für die Not in Burkina Faso. Speziell Frauen und Mädchen leiden unter den dort seit langem vorherrschenden Strukturen, die sie stark benachteiligen und in große Nöte stürzen. Hilfsorganisationen setzen mit konkreten Programmen dagegen. Es sind Konzepte zur Selbsthilfe, deren Umsetzung auf Spenden angewiesen sind. Bereits zum fünften Mal brachen die Pfarrangehörigen am Sonntagnachmittag zu ihrem Spendenmarsch auf.

Burkina Faso zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Das Hilfswerk "Missio" hält mit verschiedenen Projekten dagegen. In Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt von Burkina Faso in Nordwest-Afrika befindet sich das „Haus der Hoffnung". Diese Einrichtung wird von den „Schwestern vom Guten Hirten" geleitet. Dieses „Haus der Hoffnung" ist ein Zentrum, in dem Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenslagen Zuflucht und Schutz finden. Sie fliehen vor häuslicher Gewalt und sexueller Ausbeutung - oft in der eigenen Familie - oder vor einer drohenden Zwangsverheiratung mit einem wesentlich älteren Mann.

Darüber hinaus werden die Mädchen und Frauen auch psychosozial betreut, um ihre erlebten Traumata zu bewältigen. Sie werden über ihre Rechte aufgeklärt, denn auch in Burkina Faso gelten Menschenhandel und Zwangsprostitution als Verbrechen. In Workshops werden sie zu Themen wie HIV/Aids sensibilisiert. Sie erhalten eine schulische Grundausbildung oder eine Einführung in handwerkliche Tätigkeiten wie Kochen und Backen, Nähen, Frisieren, Stoffe färben, Informatik oder der Herstellung von Seifen. So können sich die Frauen später ein eigenes kleines Einkommen verdienen.

Missio München unterstützt die Arbeit der Schwestern vom Guten Hirten. Hauskauf, Spielplatzbau, Schul- und Ausbildungsgebühren, Kosten für Nahrungsmittel und Kleidung, Gehälter und Mikrokredite zur Existenzgründung, um diese Voraussetzungen für eine nachhaltige Hilfe leisten zu können, ist Missio auf Spenden angewiesen.