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Stephan Zinner: Geschichten vom alltäglichen Irrsinn

Stephan Zinner: Geschichten vom alltäglichen Irrsinn

2 Minuten Lesezeit (383 Worte)

Volles Haus herrschte im Nittenauer „Antik“, als am Samstag mit Musikkabarettist Stephan Zinner doch ein recht Bekannter auf der Bühne stand. „Zuschauer san da, des is guat, da machts spielen mehr Spaß“, begrüßte der Trostberger dann auch gleich das Publikum. So war auch gleich der Kontakt hergestellt. Die „wilden Zeiten“ beinhalten alles: Leute, die angespannt sind wie ein „Dampfkochtopf ohne Deckel“ und der sich dann in den verschiedensten Situationen entlädt. So bekommt man beim Einkauf schon mal einen Sellerie über den Kopf oder hat Begegnungen mit irren Autofahrern, die mit ihrem Cheyenne durch München rasen – natürlich quer über den Grünstreifen: „Wozu hab ich denn so ein Auto?“ „Da is sogar mir nix mehr ei´gfalln“.Beim Erzählen dieser Geschichte lerne Zinner: Nittenau hat keine Ampel, nur zwei Zebrastreifen - was immer wieder als Running Gag eingebaut wurde, ebenso wie der Nachbar, der ein „Beck´s Gold“ wollte. „So an Plempel trinkt ma bei uns ned“. Auch die ständige Erreichbarkeit sei ein Problem der heutigen Zeit, weil bei Filmproduktionen der Assistent vom Assistenten meine, er könne einen mit Anweisungen stressen... Bei seinen Geschichten kam Zinner etwas vom Hundertsten ins Tausendste, aber damit zeigte er Spontanität. Ob über die Esoterik-Freundin seiner Frau - überhaupt Geschichten über die Frau und die Kinder - oder den Italien-Urlaub mit der Familie „da war ich danach sogar wirklich erholt“.Musikalisch wandert er durch sämtliche Stilrichtungen – von leise nachdenklich über Country bis kraftvoll-erdigem Blues ist alles dabei. Beim „Worksong“ setzte mit Klatschen und Tanzen den ganzen Körper mit ein. „Der kommt ja von den Sklaven in den Baumwollfeldern“ – der Text des Liedes war eher auf unseren Arbeitsalltag getrimmt. „Wir sind München“ erzählt die Geschichte der jungen geldigen Oberschicht, die meine, wichtig zu sein und eigentlich nur auf Kosten der Eltern lebe und die bayerische Gemütlichkeit nicht mehr kenne. „I hoff, das aus München wieder Minga werd“, resümierte er hier. Zinner kann auch mit den Umarmungen und Bussi-Bussi-Begrüßungen nichts anfangen: „Nächste Woch gemma auf a Vernissage – vielleicht dusch i mi ned“. Mit den Zugaben ließ er sich nicht bitten und stellte fest: „So schaut`s aus“: „Die oan gengan nach Compostela, die anderen zum Neuen Wirt. Egal, Hauptsach’, es funktioniert.“. Das Publikum dankte es ihm mit tosendem Applaus und auch Zinner selbst war mit dem Auftritt zufrieden: „Ihr wart ein tolles Publikum“.

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