Trencks Panduren in Cham

Cham. Der Freiherr von der Trenck und seine berüchtigten Panduren, die vor 275 Jahren die Region und besonders Cham in Schrecken versetzt haben, sind das Thema der heimatgeschichtlichen Ausstellung „Trenck in Cham – 275 Jahre“ im Museum SPUR.

 

Im Erdgeschoss des ehemaligen Armenhauses erinnern historische Abbildungen und erläuternde Texte an jede dramatischen Tage im September 1742. Diese Ausstellung des Stadtarchivs Cham ist bis 7. Januar 2018 zu sehen. Die roten Mäntel waren 1741/42 das Erkennungsmerkmal für die Panduren, weshalb die Bevölkerung sie umgangssprachlich auch als „Rotmäntler“ oder „Rote Kapuziner“ bezeichnete. Am 7. September 1742 sahen die Chamer zum ersten Mal jene roten Mäntel aus der Nähe. Es herrschte der österreichische Erbfolgekrieg. Bayerns Kurfürst wollte sich die Kaiserkrone sichern, eine gewisse Maria Theresia hatte etwas dagegen. Der Kurfürst gewann zwischenzeitlich die Krone, verlor dafür aber einen Großteil Bayerns an Habsburg.

Doch zurück nach Cham, im Herbst 1742: Damals marschierten 500 bis 800 Panduren mit zwei Geschützen vor der Stadt auf. Trenck forderte Einlass, Quartiere für seine Soldaten und eine hohe Abgabe von den Bürgern. Diese Eroberung blieb der Bevölkerung noch lange Zeit in unguter Erinnerung. 42 Menschen verloren damals ihr Leben und bis die letzten Schäden beseitigt waren, dauerte es Jahrzehnte. Ein Augenzeuge beschrieb den Beginn des Angriffs auf die Stadt folgendermaßen: „Um zwei Uhr nachmittags flog die erste Kugel gleich hinter unserem Haus neben dem Franziskanerkloster auf das Dach des Gerichtsdieners und zugleich eine Menge feuriger Pechkränze mit scharfgespitzten Haken, welche auf den hölzernen Schindeldächern sogleich hafteten und zündeten. Und da diese brennenden Pechkränze von allen vier Stadttoren und Seiten wie feurige Schwalben oder Tauben hereinflackerten, so stand die ganze Stadt in weniger als einer Stunde in vollen Flammen.“
Geöffnet ist das Museum mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.