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Von Kaffeesuppn bis Cappuccino

Von Kaffeesuppn bis Cappuccino

3 Minuten Lesezeit (586 Worte)

Burglengenfeld. Ab kommender Woche ist im Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld die neue Sonderausstellung „Feines Porzellan für den ‚Satanstrank‘ – Kaffeekannen aus der Sammlung von Georg und Elfriede Fischer (Teublitz)“ für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu gibt es ein besonderes Rahmenprogramm, dessen erster Höhepunkt bereits am Samstag, 25. November 2017, um 16 Uhr stattfindet.

 

Dr. Christine Riedl-Valder, Kunsthistorikerin und Germanistin aus Beratzhausen, wird inmitten Hunderter alter und neuer Kaffeekannen einen Vortrag zum Thema „Von der „Kaffeesuppn“ zum Cappuccino - Kaffeetrinken und Caféhäuser in der Oberpfalz von den Anfängen bis heute“ halten. Veranstalter sind die Regionalgruppe Oberpfälzer Jura des Historischen Vereins, dessen Vorsitzende Dr. Riedl-Valder ist, und Dolina, Gesellschaft für Landeskunde e.V..

Das Café „Orlando di Lasso“ mit dem ersten Freisitz in der Regensburger Altstadt ab 1909 (Repro: Chr. Riedl-Valder)

Der Kaffee hat in der Oberpfalz als Genussmittel eine lange Tradition. Schon um das Jahr 1700 wurde der braune Muntermacher in Regensburg den Gesandten am Immerwährenden Reichstag serviert. Der „Islamische Wein“, wie der Kaffee damals hieß, gelangte entweder durch die Abgeordneten des französischen Hofes oder zusammen mit dem Kaiser und seinem Gefolge aus Wien in die Domstadt. Er trug seinen Teil dazu bei, dass die Gesandten damals nach allen Regeln der damaligen Trink- und Esskultur verwöhnt wurden. Einige Jahrzehnte später kam der Kaffeekonsum in adeligen und bürgerlichen Kreisen als besonderer Luxus in Mode.

In den größeren Städten verbreiteten sich im 19. Jahrhundert die Wein- und Kaffeehäuser mit Billard. In den ländlichen Regionen wurde die „Kaffeesuppn“ beliebt, die jedoch oft zur Kostenersparnis aus Malz, Zichorie, Eicheln, manchmal auch aus Mandeln und Feigen gebraut wurde und den ganzen Tag über in bauchigen Kannen in der Ofenröhre stand. Bei der Feldarbeit wurde die Kaffeepause am Nachmittag üblich. In den Städten entwickelte sich der Cafébesuch zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Christine Riedl-Valder hat in diesem Jahr ein neues Buch über „Die schönsten Cafés in Regensburg und Umgebung“ (17,90 €) veröffentlicht, das bei der Vortragsveranstaltung erworben werden kann. Die Gäste erwartet selbstverständlich auch eine Tasse Kaffee und Gebäck; der Verkaufserlös kommt dem Freundeskreis des Oberpfälzer Volkskundemuseums e.V. zugute. Der Eintritt für den Vortrag ist frei, alle Interessenten sind herzlich willkommen.

Informationen zur Sonderausstellung:

Die Sonderausstellung „Feines Porzellan für den ‚Satanstrank – Kaffeekannen aus der Sammlung von Georg und Elfriede Fischer (Teublitz)“ ist von 23. November 2017 bis 14. Januar 2018 im Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld zu sehen.

Seit mehreren Jahren sammelt das Ehepaar Georg und Elfriede Fischer in Teublitz Kaffeekannen aus Porzellan – die ältesten handbemalt mit Goldrändern aus der Biedermeierzeit, die jüngsten aus den 1970er Jahren. Auf Flohmärkten finden sie immer wieder neue Exemplare, auch Freunde und Bekannte unterstützen die Sammelleidenschaft durch Geschenke. Komplette Service werden nicht aufgenommen – circa 400 Kannen allein brauchen ziemlich viel Platz!

Der Kaffeegenuss breitete sich seit dem 17. Jahrhundert in ganz Europa aus und spielt immer wieder eine Rolle bei den Sonderausstellungen des Burglengenfelder Volkskundemuseums. Auch der Sammler Gerhard Pretzl, Viechtach, stellt wieder einige seiner Werbe-Ikonen zu diesem Thema zur Verfügung.

In diesem Winter trifft es sich besonders gut, dass parallel im Schwandorfer Stadtmuseum Suppenterrinen aus der Sammlung von Margit Graf aus Riedenburg gezeigt werden – gleiches Material, ähnliche Dekore, aber die Verwendung verweist auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche. Es wird spannend sein, beide Ausstellungen zu vergleichen.

Abendführungen durch die Ausstellung sind am Dienstag, 5. Dezember 2017, und am Dienstag, 2. Januar 2018, jeweils um 19 Uhr.

Am Samstag, 9. Dezember 2017, um 16 Uhr heißt es im Museum: „Cappuccino, ein Konzert“. Die Band „Cappuccino“ präsentiert Kaffee-Musik aus sieben Jahrzehnten. Karten im Vorverkauf gibt es im Museum.

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