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29_05_2020_Zeckenbiss_Jan-Dommel

Vorsicht Zecken!

3 Minuten Lesezeit (606 Worte)

Ostbayern. Warme Sommermonate sind die ideale Lebens- und Brutzeit für Zecken: Bereits ab einer Temperatur von acht Grad Celsius machen sich die Parasiten auf die Wirtssuche. Umso wärmer es wird, desto größer wird auch das Risiko, eine Zecke aufzusammeln. Da die Spinnentiere riskante Krankheiten übertragen können, birgt das Gefahr: die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Gelenk- und Muskelentzündung Lyme-Borreliose. Für den wirksamen Zeckenschutz geben die Johanniter hilfreiche Tipps.

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Zeckenkontakt nach Möglichkeit vermeiden

Vor allem in Wäldern, hohem Gras, Gebüsch oder feuchtem Laub halten sich die Kleintiere gerne auf. Im Gegensatz zum üblichen Glauben, lassen sie sich nicht von Bäumen fallen, sondern werden abgestreift oder klettern vom Boden aus auf Tiere oder Menschen. Haben sie beim Wirt eine dünnhäutige Stelle gefunden, bohren sie sich mit ihren Zähnen fest. Zum Schutz gegen einen Zeckenstich sollte man Gebüsch und hohes Gras möglichst meiden. Ebenso kann lange und geschlossene Kleidung verhindern, dass Zecken mit der Haut in Kontakt kommen.

Sorgfältig kontrollieren nach Aufenthalt in Wald und auf Wiesen

Nicht in jeder Situation kann der Kontakt mit Zecken vermieden werden – wie etwa beim Picknick oder am Badesee. „Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte man die Kleidung komplett ablegen und den Körper gründlich absuchen. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich bevorzugt draußen aufhalten", erklärt Sonja Schäffer, Ausbildungsleiterin der Johanniter in Ostbayern. „Zecken bevorzugen warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf".

Zecke schnellstmöglich wieder entfernen

Dennoch ist ein Zeckenbiss kein Grund für Panik. „Vor Borreliose schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig entfernt", so Schäffer. „Die Erreger sitzen im Magen-Darm-Trakt der Spinnentiere und gelangen 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde." Am besten entfernt man die Blutsauger in einer Hebelbewegung mithilfe einer Pinzette oder nutzt ein besonderes Hilfsmittel zur Zeckenentfernung, wie beispielsweise eine Zeckenkarte. Zur Entfernung sollte man die Zecke möglichst im Kopfbereich und sehr nah an der Haut packen und vorsichtig und gerade herausziehen. Anschließend desinfiziert man die Zeckenbissstelle. In keinem Fall sollte man versuchen, die Zecke mit Klebstoff, Öl oder anderen Mitteln zu ersticken, da das Tier im Todeskampf vermehrt Flüssigkeit absondert und die Gefahr einer Infektion dadurch nur steigt.

Anzeichen von Borreliose erkennen

Sollten es Borreliose-Erreger doch in den menschlichen Körper geschafft haben, bildet sich meist ein rötlicher Hof an der Einstichstelle, der sich langsam ausbreitet. Solch eine Rötung tritt oft erst nach einigen Tagen auf. Dann sollte aber auf jeden Fall ein Arzt hinzugezogen werden „Die Diagnose ist nicht immer einfach", sagt Schäffer. „Manchmal bleibt die Rötung aus. Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man einen Arzt konsultieren."

Die Lyme-Borreliose kann ohne entsprechende Behandlung Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen zur Folge haben.

Impfung schützt vor FSME

Zecken umgehend zu entfernen ist wichtig, hilft aber nicht zum Schutz vor FSME, einer Erkrankung, die fieberhaft auftritt und zu Gehirn- und Hirnhautentzündung führen kann. Diese tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in den Speicheldrüsen und übertragen sie daher bei einem Biss sofort. Die Johanniter empfehlen Menschen, die in Risikogebieten aufhalten, ihren Impfschutz schon jetzt zu überprüfen. Um einen Impfschutz gegen FSME aufzubauen sind drei Impfungen nötig. Die ersten beiden Impfungen werden im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt und bilden etwa zwei Wochen nach der zweitem Impfung Schutz für einige Monate. Die dritte und abschließende Immunisierungsimpfung ist nach neun bis zwölf Monaten nötig. Der Schutz besteht dann für mindestens drei Jahre. Die Kosten für die Impfung werden in Bayern in der Regel von den Krankenkassen übernommen.



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