Wahl-Taktiken bei ÖDP Schwandorf

Wahl-Taktiken bei ÖDP Schwandorf

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Schwandorf. Stadtrat Alfred Damm ist stellvertretender Vorsitzender des ÖDP-Ortsverbandes Schwandorf. Er bescheinigt dem Vorsitzenden Jochen Surel zwar „gute Einzelkämpferqualitäten“, wirft ihm aber einen Mangel an Teamfähigkeit vor. Der so Gescholtene beweist seinen Kritikern prompt das Gegenteil. Jochen Surel wusste, dass ihm bei den Neuwahlen am Donnerstag im Vereinsheim der Eichhornschützen die Ablösung drohte.

Deshalb mobilisierte der „Netzwerker“ seine Anhänger und legte zusätzlich sechs Aufnahmeanträge neuer Mitglieder auf den Tisch. Die Rechnung ging auf. In einer Kampfabstimmung setzte sich Jochen Surel mit 10:9 Stimmen gegen seinen Mitbewerber Erhard Sailer durch. Zwei Stimmen waren ungültig. Erhard Sailer war bisher stellvertretender Vorsitzender und verzichtete nach der Abstimmungsniederlage auf eine weitere Kandidatur.

Alfred Damm dagegen ließ sich in der Position des zweiten Vorsitzenden bestätigen. Neuer weiterer Stellvertreter ist Paul Kastner. Dem Vorstand gehören ferner Schriftführerin Gabriele Jockele (neu) sowie die Beisitzer Rudi Konhäuser, Franz Pointl und Anneliese Brock an. Mit den sechs Neuzugängen erhöhte sich die Zahl der Mitglieder auf 35 Personen.

„Ich bin sehr wohl ein Mannschaftsspieler“, versicherte der wieder gewählte Vorsitzende. Er möchte seine ökologische Arbeit in der Stadt fortsetzen und verspricht eine „glaubhafte und transparente Politik, ohne falsche Kompromisse“. Und: „Ich bin nicht käuflich“.

Kreisvorsitzender und stellvertretender Ortsvorsitzender Alfred Damm warf Jochen Surel einen Alleingang bei der Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen den Bodenwöhrer Bürgermeister vor, der am See Bäume fällen ließ. „Wir haben im Vorstand beschlossen, dass wir uns aus der Sache raushalten“, erinnerte Alfred Damm. Wer sich nicht daran gehalten habe, sei der Vorsitzende gewesen. Der ÖDP-Stadtrat kündigte ein neues Volksbegehren seiner Partei an, bei dem es  um den Erhalt der Artenvielfalt geht. Direktkandidat Alfred Damm zeigt sich zuversichtlich, „dass die ÖDP bei den Landtagswahlen diesmal die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird“. Seine Partei könne von „den vielen unzufriedenen Wählern profitieren“.

Jochen Surel fürchtet einen nicht wieder gut zu machenden Eingriff in die „grüne Lunge der Kreuzbergallee“, wenn auf dem Grundstück in der Garrstraße Nummer 17 Garagen direkt an den Baumbestand gebaut werden. „Das Wurzelwerk wird zerstört, die Bäume sterben ab“, ist sich der  Landschaftsgärtner sicher. Es handle sich um über 150 Jahre alte Linden.

Jochen Surel sorgt sich nicht nur um den Baumbestand, sondern auch um die dort lebenden Fledermausarten, die auf der roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. „Die Baumhöhlen bieten außerdem zahlreichen Insekten und Vögeln eine Behausung und Nahrungsquellen“, betont der ÖDP-Politiker. Er teilt die Bedenken der Nachbarn, die ihn um Hilfe gebeten haben. Mit Erfolg: Wie Christine Gubo am Donnerstagabend berichtete, habe die Stadt die Genehmigung für den Bau einer Doppelgarage widerrufen und die Einstellung der Tiefbaumaßnahmen angeordnet.

Die ÖDP stellt sich auch auf die Seite des Kanu-Clubs, der den Bau eines Wasserkraftwerks am Krondorfer Hollerwehr verhindern möchte. Ilona Schnurer befürchtet nicht nur ein Absinken des Wasserstandes der Naab, sondern auch eine Gefährdung der dort lebenden Bachmuschel. Stadtrat Alfred Damm will die derzeit laufenden Untersuchungen abwarten, bevor er aktiv wird.


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