Waldkindergarten steht in den Startlöchern

Neun der elf Schwandorfer Kindergärten sind in „katholischer Hand“. Bei einem ist die Stadt der Träger, bei einem anderen die „Johanniter“. Nun sollen die Eltern ein weiteres Alternativangebot bekommen. Im September nimmt im Schwandorfer Stadtteil Richt der „Waldkindergarten Schwanenkinder e.V.“ den Betrieb auf. Im Landkreis Schwandorf gibt es noch keine vergleichbare Einrichtung.

Die Idee für den Waldkindergarten kam von Veronika Peters. Die Erlebnisbäuerin und Hauswirtschaftsmeisterin aus dem Stadtteil Richt nennt die Vorteile: „Ein Waldkindergarten fördert die Naturverbundenheit, die Wahrnehmungsfähigkeit und die Kreativität der Kinder und stärkt ihr Umweltbewusstsein“.

Veronika Peters kennt die Auflagen des Jugendamtes. Wer die Betriebserlaubnis bekommen will, muss qualifiziertes Personal vorhalten, den Personalschlüssel erfüllen, die hygienischen Voraussetzungen schaffen und Ausweichmöglichkeiten anbieten. Erst dann fördern Staat und Kommune die Einrichtung und schaffen die finanziellen Voraussetzungen. In einem Bauwagen finden Kinder und Personal bei kritischen Wetterlagen kurzfristig Unterschlupf. Herrscht dauerhaft schlechtes Wetter, verbringt die Gruppe den Tag in der Spielscheune auf dem Brunner-Hof in Richt.

Beim Spatenstich in der vergangenen Woche regnete es. Kein Grund für Veronika Peters, den symbolischen Startschuss zu verschieben. „Dafür gibt es Regenkleidung“, so die Erlebnispädagogin. Auch die Kinder werden bei Wind und Wetter draußen sein und die Natur erkunden.

Im September geht es los. 13 Eltern haben bisher ihre Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren angemeldet. Sie bringen die Kleinen bis spätestens 8.30 Uhr zum Brunner-Hof in Richt. Von dort geht es zum Basisplatz, eine halbe Stunde Fußweg entfernt. Die Kleinsten dürfen im Bollerwagen mitfahren. Drei Betreuerinnen kümmern sich um die Kinder und bieten ein pädagogisches Angebot. „Wir müssen die Kinder genauso auf die Schule vorbereiten wie jede andere Einrichtung auch“, betont Leiterin Veronika Peters. Zum Mittagessen geht es wieder zurück zum Brunner-Hof. Dort endet der Tag um 14 Uhr.  Die Kosten liegen bei 90 Euro monatlich.

„Die Mädchen und Buben bauen eine Beziehung zur Natur auf und können ungehindert ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben“, betonte BRK-Direktor Alfred Braun als Vertreter des Trägers. Oberbürgermeister Andreas Feller begrüßte die Initiative und sagte seine Unterstützung zu.

Veronika Peters kann sich auf starke Partner verlassen. Sie hat den Förderverein, das Bayerische Rote Kreuz als Träger, die Gewerbetreibenden von „Kunst & Kulinaria“ als Sponsoren und die Stadt im Rücken. Wer sein Kinder noch anmelden möchte, soll sich mit Veronika Peters in Verbindung setzen. 09431/8604 oder 0152/31746977.