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Wie entwickelt sich der Bereitschaftsdienst?

Wie entwickelt sich der Bereitschaftsdienst?

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Donaustauf. Eigentlich sind sich alle einig. Die ärztliche Nahversorgung steht derzeit auf wackeligen Beinen. Gerade in den ländlichen Regionen beklagen die Gemeinden seit Jahren den anhaltenden Praxisschwund und auch die flächendeckende Versorgung mit Fachärzten und Kliniken und ist stets ein Politikum. Bei der Frage, wie vernünftige Maßnahmen aussehen müssen ist man sich jedoch nicht ganz einig.

 

Beim Regionalforum „Zukunft der ärztlichen Versorgung in der Region Regensburg“, zu dem der Bundestagsabgeordnete der CSU, Peter Aumer am Dienstag Abend nach Donaustauf in den Gasthof Forster geladen hatte, ging es um notwendige Weichenstellungen. Auch kritische Stimmen kamen zu Wort.

Obwohl der Titel einen breiten Themenkomplex umfasste, ging es an diesem Abend vor allem um die Neuausgestaltung des Bereitschaftdienstes, kurz BSD. Dieser wird derzeit völlig neu konzipiert. Die angestoßenen Prozesse sollen bereits Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) Dr. Wolfgang Krombholz und Dr. Pedro Schmelz sowie Goekhan Katipoglu, ebenfalls von der KVB, stellten das neue Konzept den anwesenden Fach- und Hausärzten, sowie einigen Vertretern der regionalen Politik vor. In mehreren Schritten wurde das alte System komplett umgestaltet. Bisherige Missstände sollen geschloßen und die ärztliche Versorgung langfristig gewährleistet werden. „Im Koalitionsvertrag haben wir die flächendeckende und Wohnort nahe medizinische Versorgung als wichtiges Zukunftsziel festgeschrieben“, hielt Aumer eingangs fest. „Auch die Digitalisierung und die Notfallversorgung gehören hier dazu.“

Dr. Krombholz, selbst lange Jahre als Arzt auf dem Land tätig gewesen, gab klar zu verstehen, „dass auch die sehr hohe Zahl an Bereitschaftsstunden, neben ökonomischen Gründen dafür verantwortlich sind, dass 2017 einhundert Praxen in Bayern nicht übernommen und somit geschlossen wurden.“ Insgesamt müssen sich die Rahmenbedingungen ändern. „Wir müssen endlich die Organisationsgrenzen abbauen. Wir wollen mit unserer Reform des BSD auch die bis jetzt bestehenden Versorgungsinseln beseitigen und eine ärztliche Versorgung über regionale Grenzen etc. hinweg sicherstellen, sowie die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen, Klinik, Facharzt, Hausarzt fließender gestalten“, so Krombholz.

Katipoglu gab dann einen genaueren Einblick in die Reformen des BSD, der unter der Rufnummer 116 117 zu erreichen ist.

Dieser teilt sich in zwei Bereiche ein. Der Sitzdienst in bayernweit 110 neugeschaffenen Bereitschaftspraxen soll künftig Anlaufstelle für Patienten außerhalb der Sprechzeiten sein. Hier wolle man eine Flächenabdeckung schaffen, bei der Patienten innerhalb von dreißig Minuten eine Praxis erreichen können. Im Raum Regensburg sind hier das Krankenhaus Barmherzige Brüder, St Josef und die Goldberg Klinik in Kelheim gewählt worden. „Aus bisherigen Pilotregionen haben wir gute Erfahrungen gesammelt und positives Feedback bekommen. Die Notaufnahmen konnten durch die Sitzdienstpraxen ein stück entlastet werden“, so Katipoglu.

Der Sitzdienst wird durch den Fahrdienst ergänzt. Auch hier gab es viel Veränderung. „Die Ärzte werden nicht mehr selber am Steuer sitzen. Wir haben künftig medizinisch ausgebildetes Fahrpersonal. Das soll den Ärzten auch eine zusätzliche Hilfe sein und etwas mehr Sicherheit bringen.“ Die Modernisierung des BSD soll neben einer besseren Versorgung auch mehr Entlastung für die Kassenärzte bringen, die oftmals unter der hohen Zusatzbelastung der Bereitschaftsstunden leiden. Das, so die Hoffnung der KVB könnte langfristig wieder mehr Ärzte dazu veranlassen, sich doch niederzulassen.

Doch das Vorhaben stößt an diesem Abend auch auf einige Kritik. Was mit den Fachärzten denn sei, die in diesem Konzept nicht mitbedacht sind, möchte der Kinderarzt Dr. Aulinger wissen. Andere, wie Dr. Fertig sehen die Umsetzung insgesamt als nicht zu ende gedacht an. So seien die Bereitschaftspraxen nicht gut genug ausgestattet. Und auch Probleme in den Pilotregionen werden angesprochen. So kam es bei den Fahrdiensten teilweise zu Dienstzeiten von bis zu fünfzehn Stunden und auch die neue Aufteilung der Praxenverteilung hat einige Probleme mit sich gebracht.

Aus Sicht der KVB Vorstände seien dies lediglich Anfangsprobleme, die schnell behoben werden können und die nun mal leider völlig normal seien in solchen Prozessen. Dr. Schmelz bringt es auf den Punkt. „Man sollte dieser Reform eine Chance geben und nicht schon vor Abschluss alles schlecht reden.“ Auch Dr. Mauch sieht die angestoßenen Prozesse als überlebensnotwendig für die ärztliche Versorgung insbesondere auf dem Land an. Sobald die Reformen abgeschlossen wurden soll zudem damit begonnen werden auch den Bereich der Fachärzte zu analysieren und dort notwendige Maßnahmen angegangen werden.

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