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„Wir werden nicht schlau aus der Sau“

„Wir werden nicht schlau aus der Sau“

2 Minuten Lesezeit (401 Worte)

Schwandorf. „Wir werden nicht schlau aus der Sau“. Otto Storbeck, Vorsitzender der Jägervereinigung Nittenau und Teilnehmer am Brennpunkt-Projekt „Schwarzwild“, ist zu der Erkenntnis gekommen: „Die Wildschweine denken sich immer wieder etwas Neues aus, um dem Jäger zu entrinnen“.  Der wiederum versuche mit mehr oder weniger Erfolg, die Tiere auf Äsungsflächen und Schussschneisen zu locken.

Für Hubert Hofmann bleibt die Jagd „der Schlüssel zum Erfolg“. Der Jagdreferent des Bayerischen Bauernverbandes macht deutlich: „Wir müssen den Wildschweinbestand verringern“.  Bei einer Versammlung der Arbeitsgemeinschaft „Jagdgenossenschaften im BBV“ am Montag in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums Schwandorf stellte er „ein weiteres Glied in der Bejagungskette“ vor: das Nachtsitzvorsatzgerät.  Es erleichtere dem Jäger auch in der Dämmerung „den waidgerechten Abschuss“ der Tiere. „Von 179 Testanwendern fanden 166 den Einsatzes des Gerätes für zielführend“, zitierte Hubert Hofmann aus einer Studie.

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Das Problem: In Verbindung mit einer Waffe ist der Einsatz des Nachtsitzvorsatzgerätes verboten. Der bayerische Landtag beschloss allerdings, Ausnahmen zuzulassen. Zuständig sei die „Untere Jagdbehörde“ am Landratsamt. In 15 Fällen sei bisher bayernweit der Einsatz genehmigt worden, stellte der BBV-Jagdreferent fest. Er erläuterte die Voraussetzungen dafür. Wenn die Population überhandnehme, die Schäden das zumutbare Maß überstiegen oder eine Schweinepest drohe, dann könne die „Untere Jagdbehörde“ den Einsatz des Nachtsitzvorsatzgerätes erlauben.

Der neue stellvertretende Leiter des Bereichs „Forsten“ am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Peter Hummel, stellte sich erstmals den Jagdgenossen vor. Der 37-jährige Forstdirektor war zuletzt zehn Jahre im Ministerium in München tätig. Er setzt auf den Dialog mit den Revierinhabern, Jägern und Behörden und rät den Waldbesitzern zu einer Mischung aus Laub- und Nadelbäumen.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl stellte fest: „Im Landkreis Schwandorf haben wir keine größeren Probleme mit der Jagd“. Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Alfred Bauer, versicherte: „Das Verhältnis zwischen Jagdgenossen und Jägern passt“. MdL Alexander Flierl rief Jäger, Waldbesitzer, Landwirte und Behörden auf, die weitere Bewirtschaftung der Kulturlandschaft sicherzustellen.

Über „Chancen und Grenzen des bayerischen Bibermanagements“ sprach BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann. Der Biber unterstehe dem Naturschutzrecht und sei streng geschützt. „Die Schäden, die er anrichtet, sind deshalb keine Wildschäden im Sinne des Jagdrechts“, machte der Referent deutlich. Das Bibermanagement, bestehend aus den Säulen „Beratung, Prävention, Zugriff und Schadensausgleich“ habe sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert, sagte Josef Wittmann. Ziel sei es, dem Biber Lebensräume zu erhalten, aber regulierend einzugreifen. Prävention habe Vorrang vor Schadensausgleich. Nur wenn der Biber „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ anrichte oder die Sicherheit gefährde, dürfe er gefangen oder erlegt werden.


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