IMG_2154 Jede Gruppe beschäftigte sich mit allen Themen, hier ein Team bei der Suche nach Ausgleichsflächen.

Workshops zur Flurneuordnung

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Thanstein. Die Bürger von Thanstein und Tännesried prüfen in Workshops, ob auch für sie eine Flurneuordnung von Vorteil wäre. Dazu erarbeiten sie gemeinsam die Entwicklungsziele und ein Handlungskonzept, welches später mit weiteren Planungsgrundlagen unterlegt und verfeinert wird.

Bauoberrat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) konnte fast 50 Bürgerinnen und Bürger, darunter Bürgermeister Walter Schauer und mehrere Gemeinderäte begrüßen. Zur ersten Arbeitskreissitzung im Rahmen der Flurwerkstatt waren alle Grundstücksbesitzer von Thanstein-Tännesried ins Pfarrheim eingeladen. Dabei erstellten die Anwesenden in vier Arbeitskreisen, unterstützt durch die Mitarbeiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, die ersten Ideenskizzen zu möglichen Wegbauvorhaben und der Abgrenzung des Projektgebietes.

Eine positive Resonanz stellte Stahr bei seinem Rückblick auf die Informationsversammlung vom Oktober 2019 fest. Bei einer Zusammenfassung rief er das Flurbereinigungsgesetz mit einigen Themen, wie Verfahrensablauf, Kosten, Wertermittlung, Landabzug, Neuverteilung, Vermessung u.a. in Erinnerung.



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Landschaftsarchitekt Gottfried Blank vom Büro Blank & Partner aus Pfreimd stellte Bürostruktur, bisherige Verfahren und den Ablauf der Flurwerkstatt vor. Blank betreut auch bisher schon die Thansteiner Dorfwerkstatt und lobte die bisherige Bürgerbeteiligung. Auch bei der Flurneuordnung ist die Bürgerbeteiligung von entscheidender Bedeutung. Vor der Anordnung des eigentlichen Verfahrens voraussichtlich im Jahr 2022 wird gemeinsam in einer Flurwerkstatt eine themenspezifische Bestandsaufnahme gemacht.

Dabei werden die Ziele, Vorstellungen, das Leitbild und die Maßnahmen erarbeitet, um am Ende auch über die möglichen Kosten eines solchen Verfahrens gemeinsam und transparent gesprochen werden kann. In den Arbeitskreisen wird ein klares Handlungskonzept erstellt, das die Grundlage der möglichen Anordnung darstellt. Ziel ist, es sinnvolle Lösungen für eine zeitgemäße Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen zu suchen und dabei die Flurstruktur nicht nachteilig zu verändern.

Die etwa eineinhalb Jahre dauernde Vorbereitungszeit startet mit der ersten Gruppenarbeit. Dabei hatten die Teams alle Arbeitsgruppenthemen (AG) zu behandeln. Nach ca. 20 min rotierten die einzelnen Gruppen á 10 Personen, sodass alle Sichtweisen ausgetauscht werden konnten.

Die AG 1 beschäftigte das Thema: Wo sind Wegebauprojekte notwendig? Dabei war die unterschiedliche Wegbeschaffenheit für die Nutzung von Fahrzeug mit 5 to oder bis 10,5 to je Achslast zu berücksichtigen. Die AG 2 behandelte die Erosionsprobleme in der Flur. Hangneigung, Boden- Gewässerschutz und die Bewirtschaftungsrichtung waren dabei zu berücksichtigen. AG 3 beschäftigte sich unter Berücksichtigung des Naturschutzes mit eventuellen Ausgleichsflächen, Bachrenaturierung, Gewässerschutz und Streuobstwiesen. Welche Flächen im Verfahren berücksichtigt werden sollen war Aufgabe der AG 4. Sie erstellten eine mögliche Verfahrensgrenze und zeichneten sie in die Übersichtskarte ein. Erfreulich war die Tatsache, dass die mögliche Abgrenzung des Projektgebietes keine größeren Diskussionen verursachte. Nach knapp 90 Minuten waren vier Kartenblätter gefüllt mit zahlreichen Informationen, die in der kommenden Sitzung konkretisiert werden.

Nach Vorstellung der Ergebnisse und der Klärung noch offener Fragen stellte Stahr nochmals heraus: „Die Grundvoraussetzung für die Anordnung und Durchführung eines erfolgreichen Verfahrens sind klare Ziele der Bürger, eine positive Einstellung zur Sache und eine intensive Bürgerbeteiligung". Auch nach der zweiten Veranstaltung sollten keine Ängste geschürt werden, so der Bauoberrat bei der Schlussbesprechung. Der Spruch von Marie Curie „Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr", sollte auch hier zutreffen, so Stahr abschließend. 

Franz Mühlbauer wurde bis zur Vorstandswahl als ehrenamtlicher Arbeitskreissprecher bestimmt. Die nächste Flurwerkstatt der Grundstückbesitzer findet am Dienstag, 24. März um 19 Uhr im Pfarrheim statt. Am 15. Mai ist eine Exkursion in das Verfahrensgebiet Guteneck-Weidenthal geplant, um sich näher mit den Wegebautypen, möglichen Ausgleichsmaßnahmen und den Arbeiten einer Vorstandschaft vertraut zu machen. Interessenten hierfür melden sich bitte bei der Gemeinde oder Herrn Mühlbauer an.


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