Anzeige
VIDEO: Zehntausende Menschen erleben spannenden Tag im "BMW-Land"

VIDEO: Zehntausende Menschen erleben spannenden Tag im "BMW-Land"

4 Minuten Lesezeit (741 Worte)

Harting. Unendliche Hallen. Dies sind die Arbeitsstellen von weit über 10.000 BMW-Mitarbeitern (der bei weitem überwiegende Teil Stamm), die täglich von 5 bis 24 Uhr über 1100 Autos bauen. Bloß am Sonntag nicht. Da bevölkerten diesmal viele zehntausend staunende Besucher die Montagebänder, Labors und Roboter- Standorte. Auf den Straßen des Regensburger BMW Werks fand derweil eine Art Festival statt.

Der Tag der offenen Tür zum 30-jährigen Bestehen des Werkes war wie interaktives Fernsehen – bloß zum Mitmachen und selbst Erleben. „Sie sind der Programmchef“, stand entsprechend auf dem Faltblatt, das eine große Karte des BMW-Landes enthielt inklusive Legende und Programm (so wie auch in der Juni-Ausgabe des Ostbayern-Kuriers abgedruckt). Insgesamt waren es wohl über 75.000 Gäste, die kamen.

Prinz Poldi.

In diesem BMW-Land, da gibt es im Osten eine Rennstrecke. Naja, eigentlich eine Teststrecke. Rasant geht es da allemal zu. Turbo-rasant wird´s, wenn Motorsportlegende Prinz Leopold von Bayern (Jahrgang 1943), der wohl schnellste Urururenkel des Walhalla-Erbauers Ludwig I., in seinen M5-Boliden steigt. Auch wenn er nur „mit 70 Prozent Risiko“ fährt, wie er einem hier noch fröhlichen OB Joachim Wolbergs versicherte, der sein Beifahrer werden sollte.

Nach den Anekdoten, die der Prinz bei der Eröffnung zum Besten gab (erster Totalschaden im Alter von zehn Jahren, Gogomobil gestülpt; später auf dem Nürburgring dem Hintermann „im Flug“ mit einer Heck-Schürze den Scheibenwischer abrasiert - Meldung an die Box: „Ich komm rein, ich brauch einen neuen Scheibenwischer!“) suchte „Wolli“ scherzhalber nach einem Ersatz, er genoss die Tour im Rennanzug anschließend aber dennoch sichtlich und lobte sie gegenüber Ostbayern HD in den höchsten Tönen.

Werkleiter Dr. Andreas Wendt hatte angesichts der 30 erfolgreichen Jahre vor allem die Mitarbeiter gelobt, die sich nicht nur mit dem Werk identifizierten, sondern auch jederzeit parat stünden, wenn Not am Mann sei. Das zeigte sich auch beim üppigen Showprogramm des Tages – jede Menge Bands und Performances standen unter dem Titel „BMW Talent“, wurden von der Belegschaft auf die Bühne gebracht. Diese Leute bauen in der Arbeitszeit an den neun Modellen, die vor den Toren der Domstadt vom Band laufen. „Null Fehler, das ist unser Ziel“, betonte Dr. Wendt. Das müsse gehen und das gehe auch – schließlich könnte ein Missgriff beim Autobauen ähnlich schreckliche Folgen haben wie beim Bergsteigen.

Was war los in den 30 Jahren, in denen mehr als sechs Millionen Autos das Werk in Regensburg verließen? Auf einem Zeitstrahl entlang der Mittelachse des Werksgeländes ließ sich das bestens nachvollziehen – sowohl, was die große Welt und die kleine Oberpfalz als auch das Auto-Universum betrifft. Von den Stelen lächelten Franz-Josef Strauß bei der Grundsteinlegung, der junge Wimbledon-Sieger Boris Becker und ganz scheu ein Backfisch namens Gloria. Daneben erzählten lebensgroße Modelle von „echten“ BMWlern ihre persönliche Geschichte mit dem bayerischen Autobauer. Und: Vertreter aller Modellreihen, die von 1986 bis heute in Regensburg produziert wurden, standen Spalier für die Gäste.

Betriebsratsvorsitzender Werner Zierer plauderte auf der Bühne ein wenig aus dem Nähkästchen – wegen der großen Nachfrage (nach OK-Informationen v.a. nach dem Modell X1) stockt BMW in Regensburg derzeit die Kapazitäten auf – Urlaubssperre oder dergleichen gebe es deshalb jedoch nicht. Aber eine Nachtschicht ab Juli. Zierer erinnerte sich an die Anfänge 1986, bei denen er live dabei war, zum Beispiel, als der erste feuerrote BMW 320i vom Regensburger Band lief. „Wir haben ohne Handys und Emails Autos gebaut, das ging tatsächlich“, sagte er. Regelmäßige Investitionen hätten eine große Erfolgsgeschichte möglich gemacht.

OB Wolbergs sagte, die Regensburger nutzten die Worte „unser Werk“, wenn sie von BMW sprechen – dies wies der Oberbürgermeister als Ritterschlag aus. BMW habe für das Gesundheitswesen in Stadt und Umland viel getan, sagte er im Hinblick auf die Charity-Aktionen des Unternehmens. Landrätin Tanja Schweiger bezeichnete das Werk als gelungene, gelebte „interkommunale Zusammenarbeit“.

Wer sich vom unglaublich umfangreichen Rahmenprogramm losriss und eintauchte in die unendlichen Hallen in Harting, der sah staunende Frauen und Männer, neugierige Kinder und faszinierte Senioren. Oft begleitete ein BMWler in Zivil, also als Besucher, eine ganze Familie samt Freunden und Bekannten und ergänzte, was die eigens dafür abgestellten Kollegen erklärten. Als Besuchermagneten erwiesen sich die Ausstellungen zwischen Nostalgie (alte Modelle, Werbeclips, Rennfahrzeuge) und Vision (virtuelles BMW-Modell der Zukunft).

Hier geht´s zum Video auf Ostbayern HD!

Wer am eigens eingerichteten Bahnsteig die Heimreise Richtung Hauptbahnhof antrat, musste angesichts des enormen Andrangs schon ein wenig Geduld mitbringen. Er war in jedem Fall umgeben von einer quirligen Kinderschar, die mit Luftballons in der Hand, Schminke im Gesicht und leuchtenden Augen die Erlebnisse eines spannenden Tages austauschten.

Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

16. Oktober 2021
Ostbayern. (Advertorial) Das Haus in Sarching liegt etwas zurückgesetzt von der Straße, und schon von weitem lächelt der reife Herr freundlich zu. Im Gespräch meint er schelmisch: „Jetzt habe ich einen Knopf, wo immer sofort eine junge Frau zu mir ko...
15. Oktober 2021
Nittenau. „Gibt es von Ihrer Seite Einwendungen gegen die Tagesordnung?" Dies ist eine der Standard-Fragen zu Beginn einer jeden Stadtratssitzung. ...
15. Oktober 2021
Schwandorf. Im Landkreis Schwandorf wurden am Mittwoch, 13. Oktober, und Donnerstag, 14. Oktober insgesamt 56 neue COVID-19-Infektionen ausgemacht. Hieraus ergibt sich laut RKI für Freitag, 15. Oktober, eine Inzidenz von 69,4. Die Gesamtzahl der Coro...
15. Oktober 2021
Teublitz. Inzwischen blicken Annemarie und Walter Muck auf ein beständiges 50-jähriges Eheleben zurück. Zu ihrer Goldenen Hochzeit gratulierte Bürgermeister Thomas Beer. ...
15. Oktober 2021
Schwandorf. Fragen rund um Ausbildungsmöglichkeiten am Krankenhaus St. Barbara können Interessierte im Rahmen einer Whatsapp-Schnupperwoche vom 18. bis 22. Oktober 2021 ganz unkompliziert und spontan mit ihrem Smartphone stellen (Advertorial)....
14. Oktober 2021
Sonntag. Am Sonntag, 11. Juli, gegen 17.15 Uhr, war ein grüner Ford Kuga eines 72-jährigen Schwandorfers ordnungsgemäß auf dem Parkplatz des FC Ettmannsdorf, in Schwandorf, geparkt, als ein grauer VW-Passat Variant rückwärts ausparkte und hierbei mit...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

14. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Die Grund- und Mittelschule Ursensollen ist nicht auf den Hund, sondern auf das Huhn gekommen. In einer Ecke auf dem Pausenhof wurde eine Großraumvoliere angelegt, in dem seit kurzem drei Hühner untergebracht sind. ...
14. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat seit 1. Oktober einen neuen Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege. Markus Fuchs aus Ursensollen wurde von Landrat Richard Reisinger, zugleich Kreisvorsitzender der Obst- und Garte...
11. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten: Samstag, 9. Oktober 2021 (Inzidenzwert 39,8), Sonntag, 10...
10. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Ab Montag, 11. Oktober sind im Testzentrum auf dem Parkplatz des Gesundheitsamtes Amberg in der Hockermühlstraße keine kostenlosen Jedermann-Testungen mehr möglich. Darüber informiert das Landratsamt Amberg-Sulzbach in einer gemeinsa...
09. November 2020
Amberg-Sulzbach. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verb...
24. Oktober 2020
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschritten. Somit tritt § 24 der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) ab Sonntag, 25. Oktober 2020, 0 Uhr, in Kraft. Es wird eine M...

Ähnliche Artikel

08. August 2016
Reportage
„Die Rücksicht ist auf dem Rückzug”, sagt dazu Albert Brück, Pressesprecher am Polizeipräsidium Regensburg. Abstand halten, Lücken anbieten: „Viele su...
02. Dezember 2016
Reportage
Im Jahr 1889 wurde der Jahn gegründet. Von 1926 bis zum 23. Mai war die Prüfeninger Straße die Heimat des Vereins. Bereits 1931 wurde ...
01. Dezember 2018
Wernberg-Köblitz
  Der  BMW prallte zuerst mit der Vorderfront gegen die mittlere Betonabgrenzung und die beiden Frontairbags lösten aus. Anschließend schleuderte der ...
07. April 2020
Region
Regensburg
Amberg
Ohne viel Zögern begab sich die Zöllnerin an die heimische Nähmaschine und fertigte innerhalb kürzester Zeit über 200 Mund-Nasen-Masken an. Diese werden kostenfrei, nicht nur an soziale und caritative...
30. November 2018
Markt Kallmünz
Im Künstlerort Kallmünz wurde das Haus von Hans Geistreiter 1989 verkauft und leergeräumt. Ein Nachbar konnte nicht mit ansehen, was da im Container l...
01. Dezember 2018
Regensburg
Die CSU habe als einzige Partei in der Flüchtlingskrise die Gesamtsituation im Auge behalten, resümierte Freudenstein. Auch auf Landesebene ...

Für Sie ausgewählt