Zeitlarn: Das Ende der S-Kurve naht

Zeitlarn: Das Ende der S-Kurve naht

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Großer Andrang herrschte bei der Informationsveranstaltung des Staatlichen Bauamtes zum Ausbau der Bundesstraße 15 im Raum Zeitlarn und der Erneuerung der Bahnunterführung. Bürgermeister Franz Kröninger sagte in seiner Begrüßung, dass nun ein langgehegter Wunsch der Gemeinde in Erfüllung gehe. Die unfallträchtige S-Kurve und die viel zu schmale Unterführung ohne Abbiegespuren nach Mühlhof oder Laub soll bald Geschichte sein, so Kröninger.

Die B 15 werde begradigt und die S-Kurve mit der engen Bahnunterführung entschärft. Künftig wird die B 15 im Bereich Lauber Straße, Neuhof und Bahnunterführung mit einem leichten Schwung an den Orten vorbeiführen. Zusätzlich wird ein Geh- und Radweg entstehen. Geplant wird diese Maßnahme schon sehr lange, 2004 wurde ein Vorentwurf aufgestellt. Am 28. August 2008 erfolgte die Genehmigung des Vorentwurfes durch die Regierung der Oberpfalz, ab 2009 begann die Aufstellung der Planfeststellungsunterlagen. 

Im Mai 2012 wurde der Antrag auf Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens gestellt, der Erörterungstermin war am 5. Dezember 2012. Seit 10. April 2013 hat man Baurecht. Für die Bauvorbereitungsphase habe man sich allerdings Zeit genommen, so Bauoberrätin Kerstin Daller, die die Bürgerinnen und Bürger mit Baudirektor Alexander Bonfig, Bauleiter Josef Koller und Markus Landsmann über die sieben Bauabschnitte informierte.

Erste Sperrungen im Sommer

Bereits im vergangenen Dezember wurden die Rodungsarbeiten entlang der Bahnstrecke und der B 15 durchgeführt. Im März beginnen die ersten Bauarbeiten mit dem Erstellen der Ersatzfahrbahnen, dies hat noch keinen Einfluss auf den Verkehr. Erst im Juli und August 2016 bei der Bauphase 2 wird für den Durchgangsverkehr gesperrt, der Anliegerverkehr läuft dann über Umfahrungen bzw. Provisorien.

Ein Problem stellte sich dabei heraus: sollte auf der Autobahn A 93 ein Unfall sein, wird die B 15 zur Ausweichroute. In diesem Fall gibt es ausgeschilderte Alternativrouten über Wenzenbach bzw. die R18 und R21. Ebenfalls im Sommer wird die in dem Baubereich stehende Salzhalle abgebrochen. In Bauphase 3 erfolgt im September/Oktober 2016 die Verkehrsführung über die neue B 15 und über die Ausweichstrecken.

40.000 Kubikmeter Aushub

Ende des Jahres beginnt der Erdaushub für die neue Brücke. Hier geht man acht Meter tief in den Boden, es werden ca. 40.000 Kubikmeter entfernt. Zwei Drittel dieses Materials lagern auf dem Innenraum des Lappersdorfer Kreisels, ein Drittel kommt auf eine Deponie, erläuterte Alexander Bonfig. Auf die Zuschauerfrage, wie groß man sich diese Menge vorstellen müsse, antwortete Kerstin Daller: Sie füllen ein Fußballfeld 3,80 Meter hoch auf, dann haben Sie die Menge von 40.000 Kubikmetern.

Ab Bauphase 4 übernimmt die DB Netz AG die Baustelle und beginnt mit dem Erstellen des neuen Brückenbauwerks neben der alten Bahnunterführung. In Bauphase 5 wird vom 6. Oktober bis 11. Oktober 2017 wieder voll gesperrt, der Durchgangs- und Anliegerverkehr läuft erneut über Provisorien. In dieser Zeit wird die alte Bahnunterführung abgerissen und das neue Bauwerk millimetergenau an die endgültige Stelle gerückt.

Bis Ende Juni 2018 soll die letzte Bauphase 7 abgeschlossen sein. Mögliche Verzögerungen könnten Bodendenkmäler im Bereich des Erdbeerfeldes sein, aber wenn wir keine finden, dürfte der Baubeginn im März oder April stattfinden, so Projektleiterin Kerstin Daller. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 8 Millionen Euro.

Nachdem die dreijährige Bauphase vorgestellt war, konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen an das Expertenteam stellen. Reinhold Gebhard wollte wissen, wie es mit dem Grunderwerb aussehe, ob hier schon alles in trockenen Tüchern sei. Markus Landsmann sagte, dass der Grunderwerb teilweise abgeschlossen sei, allerdings man im Bereich Neuhof erst auf den endgültigen Plan warte, da in diesem Bereich der Grunderwerb minimiert werden solle.

Helmut Woppmann prophezeite, dass der Ausweichverkehr nicht über die Autobahn laufen wird, sondern über Regendorf. Franz Kröninger sagte im Gegenzug, dass man eine sehr aktive Verkehrsüberwachung habe. Altbürgermeister Fritz Meng hatte hierzu noch einen Vorschlag, während der Zeit der Totalsperre der B 15 solle man das Schlupfloch Regendorf auf 7,5 Tonnen beschränken.

"Nicht zerreden"

Zu Diskussionen führte auch die geplante Ampel bei der Einmündung Lauber Straße. Die Anwohner befürworteten an dieser Stelle einen Kreisel, ob man dies nicht umplanen könne? Alexander Bonfig sagte, für Änderungen sei es jetzt zu spät und verwies auf das Rechtsverfahren mit Bürgerbeteiligung. Das passende Schlusswort fand Altbürgermeister Fritz Meng: Man solle das Projekt kurz vor Baubeginn nicht zerreden. Seit 20 Jahren wünschen wir uns eine Änderung der Unterführung und auch mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger.


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