Ausflug in die Idylle - Kolping Bodenwöhr

Sonnenstrahlen blitzten durch das grüne Blätterdach durch, und so konnte auch die leichte Brise der Wanderer-Gruppe kaum etwas anhaben. Die Kolpingsfamilie Bodenwöhr genoss einen wunderbaren Ausflug, der ins idyllische Murnthal führte. Fahrgemeinschaften wurden am Pfarrheim St. Barbara in Bodenwöhr gebildet, am Feiertag „Tag der deutschen Einheit“ am frühen Nachmittag, mit an Bord Pfarrer Johann Trescher, als geistliche Leitung.

 

Dautersdorf war das erste Ziel, genauer, die Wallfahrtskapelle Schönbuchen. Dieses Kleinod wurde der Gottesmutter Maria gewidmet. Es ist jedes Jahr das Ziel von Pilgern, die hierher strömen mit ihren Sorgen und ihren Anliegen. Votivtafeln spenden Hoffnung, denn auf vielen von ihnen steht zu lesen: „Maria hat geholfen“. Die Bodenwöhrer waren bald ins eigene Gebet vertieft, danach sammelten sie sich im gemeinsamen Gebet, ehe es wieder nach draußen ging. Hier sammelte man noch Eindrücke von der wunderschönen Umgebung, ehe man weiterzog. Nächstes Ziel war das Aussichtsplateau „Kupferplatte“.

Auf dem Weg dorthin durch den Wald bot die Landschaft immer wieder reizvolle Bilder, die zum Verweilen einluden, deutlich spürbar der Wechsel der Jahreszeit zwischen Sonne und einigen Wolken, der Wärme und den doch kälteren Wind, zwischen sattem Grün und dem ersten Herbstlaub. Viel zu erzählen hatte man sich, und gut gelaunt erreichte man die Kupferplatte. Hier bot sich den Wanderern ein malerischer Ausblick ins Murnthal. Genauso aufmerksam trat man dann den Rückweg an, auch wieder mit Verschnaufpausen und Rundumblicken, mit denen man die Eindrücke regelrecht aufsaugte. Wieder am Ausgangspunkt angekommen, ging es per Auto weiter nach Thanstein zum Reklamemuseum, wo Herbert Männer die Gruppe bereits erwartete.

Bilder in Signalfarben, bunt, Texte, in ihrer Kürze sowie alles in allem sehr einprägsam, so präsentierte sich die Sammlung von Herbert Männer. Parallelen zwischen der Reklame von früher und der Werbung von heute können gezogen werden, doch konkurrenzlos zeigt sich dabei der Charme, den diese nostalgisch anmutenden Werke ausstrahlen. Es ist die Zeit zwischen 1870 bis 1880, bei der die französische Sprache hierzulande mitzumischen begann. Das Wort „Reklame“ entstammt dieser Entwicklung und das Museum zeigte auf, dass der heutige Begriff „Werbung“ den Reklametafeln nicht gerecht werden kann. Männer erläuterte das durchaus aufwändige Herstellungsverfahren dieser Tafeln, die Farbschicht für Farbschicht entstanden. Markennamen, die die Zeit überdauerten, wechselten mit Produkten, die es so nicht mehr gibt. Es sind vor allem Menschen einer älteren Generation, die sich noch an manche dieser Tafeln erinnern, so Männer, verbunden mit persönlichen Geschichten. Doch auch die jüngere Generation erfreut sich an dieser sehr bunten Welt.

Näheres Hinsehen lohnt, denn Gesichtsausdruck und Gesten sagen sehr viel mehr aus über die Sichtweise damals, beispielsweise im gesellschaftlichen Zusammenhang. Zusammengetragen hat er aber nicht nur diese Reklametafeln, sondern auch Blechdosen, Aschenbecher, verschiedene Utensilien, Zigarettenschachteln und Print-Reklame der damaligen Zeit. Nach diesem kulturellen Teil des Ausflugs ging es ins Wintergarten-Café zum gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen, ehe man wieder die Heimfahrt antrat.