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Weihnachtskrippen vieler Völker

krippenneukirchen Barocker Schrein mit Krippe, Böhmen, 18.–20. Jahrhundert, Holz, Figuren farbig gefasst. Foto: Gerald Richter, Regensburg

Bis 27. Januar 2019 zeigt das Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut Weihnachtskrippen aus den Kunstsammlungen des Bistums Regensburg. Auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat mehrere Krippen aus seiner persönlichen Sammlung beigesteuert. Unter dem Titel „Friede soll uns werden – Weihnachtskrippen vieler Völker" erwarten den Besucher insgesamt 40 Ausstellungsstücke. 

Darunter eine alpenländische Kastenkrippe mit dreidimensionaler Bergkulisse, Wurzelkrippen aus Baumrinde, Holzspänen, Moos und kleinen Ästen, Papierkrippen, gläserne Skulpturen aus der Porzellanmanufaktur Rosenthal und aus den USA. Aber auch Kurioses: „Margarinefigürchen" – sie waren das Spielzeug der Nachkriegskinder, denn in den 1950er Jahren kam ein Unternehmer auf die Idee, seinen Margarine-Produkten Spielzeugfiguren als Werbezugabe beizulegen. Oder die kleinste Geburt Christi-Darstellung mit filigranen und dennoch detailliert ausgearbeiteten Figürchen der Heiligen, die in einer halben Walnussschale Platz finden. Aber auch eine mehr als drei Meter breite „Arnschwanger Krippe" aus der Nähe von Cham, die aus den geschickten Händen von Alois Ochsenmeier stammt. Die Ausstellung lenkt aber auch den Blick über die deutschsprachigen Länder hinaus und zeigt unter anderem eine Krippe aus dem polnischen Krakau. Ihr Skelett besteht aus dünnen Holzstäben und Pappkarton und ist mit farbenprächtig glitzerndem Stanniol überzogen. Zu bestaunen sind auch Krippendarstellungen aus Mexiko, Peru, Guatemala, Äthiopien, Burkina Faso, Kenia oder Uganda. Die Kuratorin der Ausstellung und zugleich Leiterin des Fachbereichs Kunst- und Denkmalpflege im Bistum Regensburg, Dr. Maria Baumann, erklärt: „Der Titel der Ausstellung „Friede soll uns werden" ist nicht nur eine Zeile aus einem der bekanntesten Weihnachtslieder, sondern für mich eine wichtige und leider sehr aktuelle Botschaft. Die Ausstellung soll mit Krippen vieler Völker zeigen, wie universell die Botschaft von Weihnachten ist. Die Bildsprache der Krippe wird in vielen Ländern verstanden. Jeder macht sich seine Vorstellungen davon, was in der Weihnachtsnacht passiert ist, und das ist stark geprägt von der eigenen Kultur." 


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Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der selbst begeisterter Sammler von Krippen ist, betont: „Die weltweite Verbreitung der Weihnachtskrippe erklärt die Vielfalt der Formen und Typen von Weihnachtskrippen. Sie zeigen, wie das Ereignis der Menschwerdung in jedem Betrachter ein eigenes Echo findet und so auch geradezu eine Explosion an Kreativiät und Gestaltungsfreude auslöst. Ich wünsche der Ausstellung viele Besucher, die die Erfahrung machen: Christi Geburt ist nicht nur ein historisch-vergangenes Geschehen, sondern es betrifft alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten". Zur Ausstellung ist außerdem ein Begleitheft erschienen, auf 56 Seiten sind zahlreichen Abbildungen zu sehen. Der Preis beträgt 5 Euro. Das Wallfahrtsmuseum ist dienstags bis freitags von 9 Uhr bis 12 Uhr sowie von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und Samstag und Sonntag von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wallfahrtsmuseum.de.

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