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Einwände zum Interkommunalen Gewerbegebiet

LBV Mitglieder der ÖDP, des LBV und der Baumfreunde machten sich ein Bild vor Ort und lehnen die Ansiedlung eines Gewerbegebietes in der Nähe des Naturschutzgebietes

Schwandorf. Die ÖDP, der Landesbund für Vogelschutz und die "Schwandorfer Baumfreunde" lehnen die vom Zweckverband „Interkommunales Gewerbegebiet" an der A 93 geplante Aufstellung des Flächennutzungsplanes in der vorliegenden Form ab. Insbesondere wenden sie sich gegen eine Rodung des an das Natura 2000-Gebiet „Hirtlohweiher" angrenzenden Waldes (Heiligenholz).

Am Samstag trafen sich die Gegner der Pläne an der Steinberger Straße zu einer Begehung und machten sich ein Bild vor Ort.


Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine Bebauung des Gewerbegebietes „rund um den Globus und das Autobahnkreuz" Sinn mache, „weil dieses Gebiet intensiv landwirtschaftlich genutzt wird und keine Biotop- oder Gehölzstrukturen aufweist". Im Gegensatz zum „Heiligenholz" im Südwesten des „Interkommunalen Gewerbegebietes". Es sei nicht nachvollziehbar, warum hier 40 Hektar Wald gerodet werden sollen, macht ÖDP-Kreisvorsitzender Alfred Damm deutlich.

Dieser Meinung ist auch LBV-Kreisvorsitzender Zeno Bäumler. Der Standort „Heiligenholz" sei aus seiner Sicht völlig ungeeignet für Gewerbe- und Industrieansiedlungen. „Der Wald ist in weiten Teilen vernässt und weist größere Moorstandorte auf", gibt Bäumler zu bedenken. Der Standort habe zudem keinerlei Anbindung an bestehende Siedlungseinheiten. Hier sehen ÖDP und LBV das „Anbindegebot" verletzt. In jedem Fall seien die von der Staatsregierung wieder zurückgenommenen Lockerungen des Landesentwicklungsprogramms zur Anwendung zu bringen. Eine Ansiedlung im „Heiligenholz" hätte weiträumige Erschließungsstraßen zur Folge, die weitere Flächen zerschneiden und versiegeln, so Bäumler. Und Alfred Damm ergänzt, dass dieses Waldstück im Waldfunktionsplan als „Immissionsschutzwald" dargestellt sei. „Und ausgerechnet hier soll ein lärmintensives Gewerbe angesiedelt werden".

Die geplante Bebauung reicht bis auf knapp 100 Meter an das Naturschutzgebiet „Natura 2000-Gebiet Hirtlohweiher" heran. Insbesondere aus ornithologischer Sicht handle es sich hier um ein höchst wertvolles Gebiet mit überregionaler Bedeutung, betont der LBV-Vorsitzende. Die FFH-Vorprüfung schließe Beeinträchtigungen der Vogelwelt nicht aus. Das gelte vor allem für lärmsensible Arten wie den Raufußkauz und die Zwergdommel. Abweichend von der FFH-Vorprüfung seien Rohrweihe und Blaukehlchen nicht nur möglicherweise, sondern auch nach der Kartierung des LBV als Brutpaare tatsächlich vorhanden. Das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP Bayern) weise das Feuchtgebiet als überregional bedeutsamen Lebensraum aus, stellte Zeno Bäumler fest. Der „Hirtlohweiher" sei ein wertvolles Amphibienhabitat. Der Vertreter des Vogelschutzbundes weist auch auf große Bestände des Moorfrosches hin. Die Tiere nutzten die umliegenden Wälder auch außerhalb der Laichzeit. Auch im Hinblick auf die Klimadebatte sei es mehr als fragwürdig, einen Moorstandort zu bebauen, „der bekanntermaßen eine der wirkungsvollsten CO2-Senken ist", so Zeno Bäumler.


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Die für die Erschließung notwendigen Drainagen und Auffüllungen würden sich unmittelbar auf das Schutzgebiet „Hirtlohweiher" auswirken, befürchten die Natur- und Umweltschützer. Bereits in der Vergangenheit sei „die Wassersituation dort problematisch gewesen". Sie würde sich durch die Entwässerung des nördlichen Waldgebietes dramatisch verschärfen.

„Aus diesen Gründen müssen die geplante Ausweisung als Industriegebiet und die damit verbundene Rodung des Heiligenholzes verhindert werden", waren sich die Teilnehmer an der Ortsbegehung einig. ÖDP-Stadtrat Alfred Damm kritisiert, „dass die Stadt Schwandorf aus der Industriefläche des ehemaligen Bayernwerksgeländes zu wenig gemacht hat und diese nun teilweise als Autoabstellplätze genutzt werden". Gleichzeitig sollen nun wertvolle Naturflächen für ein neues Industriegebiet geopfert werden.

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