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Bayerisches Baugewerbe fordert Wiedereinführung des Meisterbriefs in allen Bauhandwerken

Bayerisches Baugewerbe fordert Wiedereinführung des Meisterbriefs in allen Bauhandwerken

2 Minuten Lesezeit (400 Worte)

Bei einem gestern geführten Gespräch mit der CSU-Bundestagsabgeordneten Barbara Lanzinger in Amberg traten die Vertreter des bayerischen Baugewerbes für den Erhalt des Meisterbriefs als Zulassungsvoraussetzung im Handwerk ein und forderten die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesen-, Estrichleger- sowie Betonstein- und Terrazzoherstellerhandwerk.

Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen, machte die Folgen einer Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 deutlich: „Seither hat sich wegen dieser falschen politischen Entscheidung die Situation im betroffenen Handwerk stark verschlechtert. Bei den Fliesenlegern beispielsweise stieg die Zahl der Betriebe in Bayern von 2.200 im Jahr 2003 auf nun 12.000 Betriebe an. Das sind größtenteils Ein-Mann-Betriebe oder Solo-Selbstständige, darunter viele aus Süd- und Osteuropa. Die meisten haben keinerlei berufliche Qualifikation. Obwohl die Zahl der Betriebe so deutlich angestiegen ist, werden nun 30% Lehrlinge weniger ausgebildet und die Zahl der Meisterschüler ging seit 2003 sogar um über 80 % zurück. Ohne Meister aber können auch keine jungen Menschen mehr ausgebildet werden. So gehen Kenntnisse und Fertigkeiten verloren. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.“
Diese Entwicklung führt zu erheblichen Qualitätsverlusten in den betroffenen Handwerken, den Schaden haben am Ende aber auch die Verbraucher. Da gerade viele Ein-Mann-Betriebe nicht lange auf dem Markt sind, bleiben die Bauherren auf den Kosten der Beseitigung der Schäden sitzen, die durch nicht fachgerechte Arbeiten entstanden sind.
Horst Barisch, Vorsitzender der bayerischen Landesfachgruppe der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, wies darauf hin, dass die Meisterfreiheit auch ein Einfallstor für Scheinselbstständigkeit, Illegalität und Schwarzarbeit auf deutschen Baustellen geworden ist. „Viele Scheinselbstständige melden sich in meisterfreien Handwerken an und treten als Ein-Mann-Betriebe oder juristische Gesellschaften ohne Arbeitnehmer auf deutschen Baustellen auf. Für diese Scheinselbstständigen gelten weder der Tarif- noch der Mindestlohn und für sie werden auch keine Sozialabgaben bezahlt. Dadurch gefährden sie die gesetzes- und tariftreuen Betriebe und deren Arbeitnehmer in ihrer Existenz.“

Die Teilnehmer des Gesprächs, darunter Johann Seidenschwand, Vorsitzender des Beirats der Bauinnungen der Oberpfalz und Wolfgang Hummel, Obermeister der Bauinnung Amberg, waren sich einig, dass die Wiedereinführung der Meisterpflicht in allen Bauhandwerken dringend nötig ist. Nur der Meisterbrief sichere eine gute und qualifizierte Ausbildung für den Nachwuchs, schütze die Verbraucher und sei gelebte Mittelstandspolitik. Andreas Demharter dankte MdB Barbara Lanzinger für ihre Initiative in dieser Richtung und begrüßte die im Juli verabschiedete Forderung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, den Meisterbrief in den zulassungsfreien Handwerken wieder einzuführen, ausdrücklich und drückte seine Hoffnung aus, dass diese Forderung Eingang in eine eventuelle Koalitionsvereinbarung nach der Bundestagswahl 2017 findet.

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